Bascha Mika über Frauen im Beruf:Kinderkriegen als Ausweg aus dem Berufsalltag

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Sofort dabei? Schön wär's, ruft Bascha Mika. Sie reitet ihren Angriff gegen das eigene Geschlecht. Schönfärberei beklagt sie, und Selbstbetrug: In ihren Augen sind Frauen feige, sie sind bequem, sie richten sich ein in ihren kleinen Leben. Sie träumen von der großen Liebe, und wenn sie die gefunden haben, putzen sie ihr klein Häuschen, ziehen ihre kleinen Kinder groß, bescheiden sich, steigen ganz oder für zu lange Zeit aus dem Job aus, reden sich das auch noch schön - und wundern sich zum Schluss, dass der Göttergatte sich eine andere gesucht hat und ihr eigenes Leben zwischen Staublappen und Damen-Bridge versauert ist. "Verkrümelt" nennt die kinderlose Mika solche Leben in ihrer plastischen Sprache.

"Der Mann als Versorger draußen in der Welt, die Frau daheim bei Haus und Kindern, vielleicht mit einem Halbtagsjob. Er zahlt bar, sie mit Lebenszeit und Eigenständigkeit. Ein schleichender Prozess der weiblichen Selbstabwertung." Wir Frauen fluchten über unsere Ohnmacht und die Ungerechtigkeit der Welt, mokiert sich Mika, "aber wie handeln wir Tag für Tag?" Zwingen wir die Männer, regelmäßig Klos zu putzen und die Hälfte des Erziehungsurlaubs zu nehmen? Oder erfüllen wir alle Rollenklischees nur zu gern? Weil wir so erzogen sind, weil es anfangs so nett ist mit dem Baby daheim?

Frauen, meckert Bascha Mika, wählen zu oft ein kommodes Leben. Suchen sich Jobs nicht danach aus, ob sie Geld bringen, mit dem Unabhängigkeit erkauft werden kann. Betrachten ihre Arbeit zu oft als Hobby. Kriegen Kinder als Ausweg aus dem harten Berufsalltag. Finden es normal, dass der Mann der Haupternährer ist. Überhöhen ihre Mutterrolle, um eine Ausrede dafür zu haben, dass sie sich vor Selbstverantwortung drücken. Geben ihre Karriere auf und sagen: "Es hat sich so ergeben", anstatt einzuräumen, dass sie ein anderes Leben nicht genug gewollt haben. Mikas Text ist das, was der Literaturbetrieb ein "Debattenbuch" nennt: viele absolute Formulierungen, viel Schwarz-weiß, viele Ausrufezeichen, viel Redundanz. Man soll sich daran reiben können.

Deshalb klingen ihre kompromisslosen Sätze so: "Bequemlichkeit, Selbstbetrug, Feigheit. Und freiwillige Unterwerfung. In diesem Milieu gedeiht das Kümmersyndrom. Es verschafft (uns Frauen) heimliche Macht, eine, die wir nicht erobern müssen. Die aber unser Leben irgendwann vergiften wird. Warum fällt es uns so leicht, Verantwortung für andere zu übernehmen, nicht aber Verantwortung für uns selbst?"

Und? Hat sie recht? Klar hat sie recht. Nicht immer und überall, aber oft genug übernehmen Frauen die Rolle, die ihnen die Tradition, der Ehemann und der Alltag andienen: Sie kriegen die Kinder, kümmern sich, machen den Großteil der Hausarbeit, weil sie das so kennen und weil sie das so gut können und weil der Gatte ja einen harten Tag hatte und das höhere Gehalt bekommt und sie keinen Streit wollen und ach, weil es schon immer so war und so viel Energie kostet, zu sagen: "Ich will aber alles anders."

Weil es sich eben so ergibt, immer so ergeben hat. Und weil Männer selten von selbst sagen: "Du, Schatzi, wir machen einen gerechten Putzplan, außerdem bleibe ich das erste halbe Jahr beim Baby zu Hause und mache danach immer schon um fünf Uhr Feierabend, damit du an deiner Karriere basteln kannst." Frauen müssten, schlägt Bascha Mika daher vor, ihre Angst vor dem Ehezwist überwinden, ihre dienende Rolle in Frage stellen, ihre Ansprüche selbstbewusster vertreten - und das "Leben von hinten her denken". Denn wenn der erste Überschwang von Verliebtheit, Familienglück und Jugend verblasst, wenn der Mann im Beruf aufgeht, die Kinder aus dem Haus streben und der eigene Halbtagsjob nur ein müder Abklatsch der früheren Träume ist, dann kommt die Reue. Aber dann ist es oft zu spät.

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