Steinerne Torbögen, Säulengänge, wuchtige Fassade. Der Palais de la Culture in Bamako ist einer dieser Orte, an dem malische Kulturorganisationen gerne ihre Feiern inszenieren. Abdou, Hawa und Adama kennen den Palast nur von außen. Die Wächter würden sie wohl auch kaum einlassen. Das Revier der drei Jugendlichen in Jeans und Badelatschen ist der Garten gleich daneben, dort wo sich zwischen Jacarandabäumen und einem verfallenden Pavillon ein großer, staubiger Platz auftut. Hawa kommt auf ihrem Mofa angebraust. Auf den Stufen warten schon Adama und Abdou. Sie schlagen der 17-Jährigen freundschaftlich in die ausgestreckte Hand. Abdou, der seines verhärmten Gesichts wegen älter aussieht als seine 13 Jahre, lehnt sich an den 19-jährigen Adama, nennt ihn „grand frère“. Der Angesprochene lächelt schüchtern. Sie sind keine Brüder, aber das hier ist ihre Wahlfamilie.
Straßenkinder in MaliSie gehören zusammen. Egal, was die Welt da draußen ihnen antut
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Tausende Jugendliche leben in Malis Hauptstadt Bamako auf der Straße, schlafen auf Pappe, schnüffeln Klebstoff. Die international bekannte Choreografin Bibata Ibrahim Maiga will diesem Elend etwas entgegensetzen – und bringt einigen von ihnen das Tanzen bei.
Von Jonathan Fischer
