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Auszeichnungen - Düsseldorf:Kämpfer für die Umwelt: Klaus Töpfer bekommt Staatspreis NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Er ist ein unermüdlicher Kämpfer für den weltweiten Umwelt- und Klimaschutz: Dafür wird der frühere Bundesumweltminister und langjährige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer (80), mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. "Klaus Töpfer kämpft seit Jahrzehnten kompetent, klar und beharrlich für die Bewahrung der Schöpfung - weltweit und in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf.

Bei der Preisverleihung am 16. September in Bonn werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Laudatio halten. Merkel hatte zu Töpfers 80. Geburtstag im vergangenen Sommer gesagt, es sei ganz wesentlich Töpfer zu verdanken, dass die Klimapolitik heute ganz oben auf der politischen Agenda stehe.

Töpfer war von 1987 bis 1994 unter dem damaligen CDU-Kanzler Helmut Kohl Umweltminister. Bis 2006 leitete er das UN-Umweltprogramm. Der in Schlesien geborene Politiker und Wissenschaftler wuchs im ostwestfälischen Höxter auf, wo er auch heute lebt und sich für die Aufnahme des Klosters Corvey in die Unesco-Welterbeliste stark gemacht hatte.

Im Einsatz für die Umwelt nehme Töpfer stets auch die Armutsbekämpfung und die Entwicklungszusammenarbeit in den Blick, sagte Laschet. Als Umweltminister habe er zum Verbot von FCKW und zur Einführung der Kreislaufwirtschaft maßgeblich beigetragen. Als verantwortlicher Minister für den Regierungsumzug nach Berlin habe er auch immer die Bonner Belange im Blick gehabt. "Dass Bonn heute UN-Standort ist, wäre ohne Klaus Töpfer nicht denkbar gewesen", sagte Laschet.

Berühmt wurde Töpfers Bad im Neoprenanzug im Rhein 1988. Damit wollte er den Erfolg von Gewässerschutzmaßnahmen nach einem Großbrand bei einem Chemiekonzern zeigen. Damals war mit Chemikalien verseuchtes Löschwasser in den Rhein gelangt.

Der 1986 gestiftete Staatspreis NRW ist die höchste Auszeichnung des Landes NRW. Zu bisherigen Preisträgern gehören der Gründer des Circus Roncalli, Bernhard Paul, der Schriftsteller Navid Kermani, der heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer sowie die Künstler Pina Bausch, Günther Uecker und Gerhard Richter.