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Ausstellung "Single Moms" in Bonn:Alleinerziehend, alleingelassen

In Deutschland schor man ihnen früher die Haare, in Korea werden sie noch heute stigmatisiert: Alleinerziehende hatten und haben es nicht leicht, das zeigt die Ausstellung "Single Moms" im Frauenmuseum Bonn. Eine Reise in Bildern - durch die Historie und verschiedene Länder.

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1./2. Blatt - 'Salzmann's Carl von Carlsberg', 1. Band

Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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In Deutschland schor man ihnen früher die Haare, in Korea werden sie noch heute stigmatisiert: Alleinerziehende hatten und haben es nicht leicht, das zeigt die Ausstellung "Single Moms" im Frauenmuseum Bonn. Eine Reise in Bildern - durch die Historie und verschiedene Länder.

Auf dem Konzil von Trient (1545-1563) setzte die Katholische Kirche fest, dass die Ehe Voraussetzung sein sollte, um ein Kind zu zeugen. Die Moralvorstellungen waren strikt. Frauen, die sich nicht daran hielten, wurden bestraft - oder ausgepeitscht, wie auf dieser Radierung des Grafikers Daniel Chodowiecki (1726 - 1801) zu sehen ist.

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Quelle: Frauenmuseum Bonn

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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der ledigen bürgerlichen Frauen zu. Die Schriftstellerin Franziska zu Reventlow (hier mit ihrem Sohn) gehörte zu denen, die jedes Tabu brachen. Ihre Liebhaber wechselten ständig, und sie bekannte sich zur "freien Mutterschaft".

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Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright US National Archives

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Im Zweiten Weltkrieg war es in den besetzten Ländern verpönt, wenn Frauen ein Verhältnis mit einem deutschen Soldaten eingingen. Er war schließlich der Feind. Nach der Befreiung 1944 wurden viele dieser Frauen öffentlich als Huren und Landesverräterinnen beschimpft. Im französischen Montélimar wurde ihnen auf offener Straße der Kopf geschoren, eine Art Selbstjustiz der Bevölkerung.

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Quelle: Frauenmuseum Bonn

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Auch die junge unverheiratete Sunny E. L. Sørensen aus Dänemark hatte eine Beziehung zu einem deutschen Soldaten. Aus Angst, man könnte sie der Kollaboration beschuldigen, flüchtete sie 1945 aus ihrem Heimatdorf nach Kopenhagen. Dort brachte sie eine Tochter zur Welt. Dass ihr Vater ein deutscher Soldat gewesen war, erfuhr diese erst in den siebziger Jahren.

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Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright Nana Woodley-Grosse

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Die Ausstellung im Frauenmuseum dokumentiert aber nicht nur die geschichtliche Entwicklung, sondern auch die Situation alleinerziehender Frauen in anderen Ländern. In Nordkenia wurde 1991 ein Frauendorf gegründet, als Anlaufstelle für misshandelte und verstoßene Frauen und ihre Kinder. Es heißt Umoja und bedeutet "Gemeinsam".

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Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright Jes Eriksen

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Auch in Korea werden alleinerziehende Mütter stigmatisiert. Viele Familien betrachten es als Schande, wenn eine ledige Frau schwanger wird. Viele Betroffene lassen ihr Kind abtreiben oder geben es zur Adoption frei. Frauenrechtlerinnen haben deswegen den von der Regierung ernannten Tag der Adoption umbenannt - in Single Mothers Day.

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Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright unbekannt

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In El Salvador wurde 2005 eine Kooperative für alleinerziehende Frauen gegründet. Die Mütter produzieren T-Shirts und können so genug Geld verdienen, um allein für ihre Kinder zu sorgen.

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Quelle: Frauenmuseum Bonn/Copyright SMC

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In den USA entscheiden sich Frauen ganz bewusst, alleinerziehend zu sein. Dort gibt es die Organisation Single Mothers by Choice, die Frauen bei ihrem Kinderwunsch unterstützt. Auch die damals 47-jährige Melissa Pitard (Foto), Angestellte im Verteidigunsgministerium, wandte sich an SMC. Und bekam gleich Drillinge.

© Süddeutsche.de/ina/jobr
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