Unbekannte Wege im Wald faszinieren Dichter. Dante gerät, wie er am Anfang der „Commedia“ mitteilt, in einen dunklen Wald, abgeirrt vom rechten Weg. Später findet er sich mit seinem Fremdenführer Vergil in der Hölle wieder. Robert Frost, ein großer amerikanischer Lyriker des 20. Jahrhunderts, sinniert in dem Gedicht „The Road Not Taken“ über den Weg, den er nicht gegangen ist. Auch er stolpert im Wald herum, kommt an eine Weggabelung: „… two roads diverged in a wood, and I / I took the one less traveled by, / and that has made all the difference“. Er hat den weniger begangenen Weg gewählt, was für ihn den Unterschied ausgemacht hat. Was das für ein Unterschied war, sagt er nicht. Die Hölle wie bei Dante wird’s nicht gewesen sein, denn über Höllenerfahrungen können Dichter nicht schweigen. Die Hölle treibt Poeten an.
Deutscher AlltagTief im Wald
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Die Gremien von ARD und ZDF suchen gerade wieder nach dem richtigen Weg. Irgendwo muss sie ja wohl liegen, die Zukunft.
Von Kurt Kister
