Angeschmiert:Schlammduscher

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Versteinert vor Hitze? Quatsch. Eingeschlammt gegen die Sonne.

(Foto: Patrick Duvanel/Unsplash)

Tiere kennen keinen Lichtschutzfaktor. Sie haben weder Cremes noch Schirme. Trotzdem brennt ihnen die Sonne auf Haut und Fell. So kommen sie gut durch den Sommer.

Von Hannah Lena Weber

Schlammduscher

Auf jemandem eine Handvoll Sand zu werfen, ist ziemlich fies. Rüsselweise sieht das anders aus. Elefantenmamas werfen sich und ihren Jungen eine Sandschicht auf Rücken und Kopf, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Wenn das Elefantenjunge älter wird, erinnert es sich an den praktischen Trick oder wälzt sich eine Runde im feuchten Schlamm. Der sorgt zusätzlich für eine kleine Erfrischung

Sonnenschisser

Eigentlich mögen es Störche sauber. Ihren Kot etwa schießen schon Jungvögel mit Karacho aus dem Nest. Der Dreck soll woanders bleiben. Eine Ausnahme macht der Storch im Sommer: Damit seine nackten Beine keinen Sonnenbrand bekommen, schmiert er sie mit einer Schicht Kot ein. Statt mit seinen typisch roten Stelzen sieht man ihn dann oft mit sonnencremeweißen Beinen durch die Felder staksen.

Schirmträger

In Halbwüsten und Savannen, wo das afrikanische Borstenhörnchen lebt, ist es schwierig, ein schattiges Plätzchen zu finden. Das Borstenhörnchen hat deswegen einen Trick. Während es unter der prallen Sonne nach Futter sucht, hält es seinen langen und bauschigen Schwanz in die Höhe. Funktioniert wie ein Sonnenschirm - fehlt eigentlich nur noch eine kühle Limo.

Sommerschläfer

In der Trockenzeit sind viele Sümpfe und Flüsse ganz ohne Wasser. Was macht der afrikanische Lungenfisch? Er vergräbt sich in einem Kokon aus Schleim unter der Erde und wartet auf die nächste Wasserflut - zur Not bleibt er monatelang in diesem Trockenschlaf. Ein kleines Luftloch im Kokon versorgt den Lungenfisch währenddessen mit Sauerstoff. Wie der Name schon sagt hat der Fisch neben Kiemen nämlich auch eine Lunge.

Wolkenmacher

Die Koralle wohnt nur knapp unter der Meeresoberfläche. Die Sonne heizt ihr ganz schön ein. Wenn es ihr zu heiß wird, spielt sie Wetter-Göttin. Dafür gibt sie einen schwefelhaltigen Stoff ab, der durch das Wasser hinaus in die Luft steigt und zur Entstehung von Wolken beiträgt. Die Wolken spenden dem Korallenriff dann Schatten und Schutz vor der Sonne. Trotz dieser Superkraft haben Korallen zu kämpfen. Denn gegen die steigenden Meerestemperaturen durch den Klimawandel sind sie machtlos.

Schleimschmierer

Hätten Flusspferde eine Strandtasche, würde man Sonnencreme darin vergeblich suchen. Flusspferde produzieren ihren Sonnenschutz nämlich selbst. Ihre Haut sondert einen zähflüssigen orangenen Schleim ab, der wie Sonnencreme vor gefährlichen UV-Strahlen schützt, die Haut pflegt und obendrein verhindert, dass sich Verletzungen entzünden. Ziemlich praktisch, denn Flusspferde sind Raufbolde und haben ständig irgendwo Wunden.

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