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Angela Merkel:Vom Topf- zum Topschnitt

Angela Merkel war stets berüchtigt für ihre Weigerung, das Beste aus ihrem Typ zu machen. Das ist vorbei. Die Evolution einer Frisur. In Bildern.

Violetta Simon

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Angela Merkel war stets berüchtigt für ihre Weigerung, das Beste aus ihrem Typ zu machen. Das ist vorbei. Die Evolution einer Frau und ihrer Frisur.

Das Mädchen und der Kanzler: Ausgerechnet als Bundesfrauenministerin von 1991 bis 1994 trug Angela Merkel eine Bubikopffrisur - und wirkte damit neben dem großen Helmut Kohl vor allem rührend. Der Eindruck täuschte, wie wir inzwischen wissen. In einem Fachmagazin für Pflanzenfreunde wird der Bubikopf als "immergrünes, krautiges Gewächs mit fadendünnen Trieben und dichten, glänzendgrünen Blättchen" beschrieben, das sich sehr gut zur Bepflanzung von Balkonkästen eignet.

Foto: AP

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Schon immer hatte Merkel einen Sinn fürs Praktische, was ihr vor allem bei ihrem Job als Bundesumweltministerin zugute kam. Für ihre repräsentativen Aufenthalte in gefährlichen und gefährdeten Gebieten waren die kurzen Haare vorzüglich geeignet. Bei einem Besuch in Gorleben hieß es: Helm auf, und ab in den Förderkorb Richtung Erdmitte.

Foto: AP (1995)

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Topf drauf und einmal herumgeschnitten - so sah Angela Merkel 1996 aus, wenn sie ans Rednerpult trat. Die Fransen waren mehr oder weniger gleichmäßig herausgewachsen, ebenso uninspiriert wirkte die ganze Erscheinung: keine besonderen Vorkommnisse, immer schön bedeckt halten.

Foto: AP

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Diese Frisur stellt eindeutig einen ästhetischen Tiefpunkt dar. Merkel schien beschlossen zu haben, ihr Haar so lange nicht zu schneiden, bis sie aus dem Amt der Umweltministerin scheiden würde. Lediglich an der Stirnseite erfuhr es einen radikalen Einschnitt, während der Rest sich in Richtung Prinz Eisenherz entwickelte. Leider befand sie sich nicht in Gesellschaft von König Artus, sondern des ehemaligen Landwirtschaftsministers von Südafrika, Kader Asmal, um in Bonn über die globale Wasserverschmutzung zu sprechen.

Foto: AP (1998)

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Als Generalsekretärin der CDU schien Angela Merkel auch ihrem Haar neue Inhalte zu verleihen - ein bisschen flockiger kam sie durchaus rüber. Oder lag es an der Gegenwart ihres höchst erfreuten CSU-Kollegen Thomas Goppel, der sich neben einem Berg mit fünf Millionen Unterschriften gegen die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft sichtlich wohl fühlte?

Foto: AP (1999)

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Frau Merkel, wer hat Ihnen das angetan? Wenn Sie sich Durchblick verschaffen wollten, warum nahmen Sie nicht lieber professionelle Hilfe in Anspruch? War da ein Dosenöffner am Werk? Oder handelte es sich um einen tatkischen Schachzug - wollten Sie vor der Presse in Berlin Mitleid erregen und so den gefürchteten Fragen zur Spendenaffäre entgehen?

Foto: AP (2000)

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Make-Up soll ja helfen. Doch nur im Notfall, wie hier bei einem ZDF-Interview im Januar 2000, ließ Generalsekretärin Merkel eine Visagistin in ihrem Gesicht herumfuhrwerken.

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Dass hier nicht nur die CDU-Bundesvorsitzende, sondern auch die Kanzlerkandidatin aus ihrem Tourbus steigt, dieser Gedanke würde sich einem auch nicht sofort aufdrängen. Herrn Stoiber zuliebe hat sie ja dann auch auf die Kandidatur verzichtet. Oder wollte sie Zeit gewinnen für einen Imagewechsel?

Foto: AP (2002)

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Sie hat es versucht: Zu den Salzburger Festspielen erschien Angela Merkel mit einer Frisur, aus der sie alles herausgeholt hatte. Die Schminke blieb wohl in der Tasche. Man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Foto: AP (2002)

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Die Verwandlung: Immer öfter ließ sich Merkel von professionellen Stylisten unterstützen, bevor sie sich den Fragen der Journalisten zu stellen hatte. Es wirkt, als fühle sich CDU-Vorsitzende sicherer unter der schützenden Puderschicht.

Foto: AP (2004)

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Solche Assoziationen hatten bisher vermutlich nur wenige beim Anblick der Politikerin: Angela Merkel als freundliche Domina, gemalt 2004 von dem Düsseldorfer Aktionskünstler HA Schult. Nicht nur ihre reale Frisur dürfte an diesem Tag um Fassung gerungen haben.

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Kaum ein Jahr später ist auf dem Haupt der CDU-Vorsitzenden eine klare Richtung vorgegeben - wenn auch keine einheitliche: rechts oder links, Hauptsache, aus dem Weg! Der Scheitel hat von Merkels Haar Besitz ergriffen, die Zeiten von Topf und Prinz Eisenherz sind endgültig vorbei.

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Endlich Bundekanzlerin: Schade, dass Frankreichs ehemaliger Präsident Jacques Chirac bei der vertraulichen Begrüßung nur Merkels Frontseite begutachtet. Wie von Zauberhand erhebt sich auf ihrem Hinterkopf eine runde Wölbung, ja, so etwas wie Volumen macht sich breit! Eindeutig, derselbe Friseur wie Hillary Clinton.

Foto: AP (2007)

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Berlin - das Haar sitzt. Aber nicht nur die Frisur ist luftiger und leichter - die ganze Kanzlerin wirkt gelöst und locker. Sie ist eindeutig angekommen.

Foto: AP (2009) (sueddeutsche.de/leja)

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