Aktuell:WM-Ärger

Fussball, Herren, Saison 2022/23, WM in Katar, Gruppe E (1. Spieltag), Deutschland - Japan im Khalifa International Sta

Ihr habt uns den Mund verboten: Diese Geste des Teams rettete nach all dem Schlamassel auch nicht mehr viel.

(Foto: IMAGO/Matthias Koch)

Ein Stückchen Stoff sorgt schon vor dem ersten Spiel der Nationalelf für Zoff. Was hinter der Diskussion um die Armbinde steckt.

Von Nina Himmer

Feiglinge! Schämt euch! Wie spielt es sich so ohne Rückgrat? Fahrt heim! All das hat sich die deutsche Nationalmannschaft der Männer diese Woche anhören müssen. Und zwar nicht, weil sie am Mittwoch ihr Auftaktspiel gegen Japan 1:2 verloren hat. Sondern wegen eines Stückchens Stoff: Es ist weiß mit einem bunt gestreiften Herz in der Mitte, One Love steht darauf. Slogan und Symbol stehen für Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Sieben Teams, darunter Deutschland, wollten die Kapitänsbinde durch diese Herz-Armbinde ersetzen - um so ein Zeichen gegen Rassismus und Homophobie zu setzen und die Zuständen im Gastgeberland zu kritisieren. Der internationale Fußballverband Fifa aber hat das kurzfristig verboten und mit Strafen wie Punkteabzug und gelben Karten gedroht. Daraufhin sind alle Teams eingeknickt. Aber was ist Protest wert, der bei Gegenwind sofort verpufft? Besonders vielsagend: Das iranische Nationalteam hat aus Protest gegen seine brutale Regierung die Hymne des Landes nicht mitgesungen. Damit riskieren die Spieler ihre Freiheit und Sicherheit. Was ist dagegen schon eine gelbe Karte? Egal was auf dem Spielfeld noch so passieren mag - das deutsche Team hat bereits viel verspielt.

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