Aktuell Walfang

Die große Mehrheit der Japaner mag kein Walfleisch. Trotzdem kündigt Japan ein internationales Abkommen und will ab Juli wieder Wale jagen.

Viele kritisieren die Entscheidung der japanischen Regierung, ab Mitte nächsten Jahres wieder Wale zu jagen. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht - und das seit Jahrzehnten. Verantwortlich dafür waren die vier großen Walfangnationen: USA, Sowjetunion, Norwegen und Großbritannien. Als man vor 80 Jahren die Internationale Walfangkommission gründete, um die Jagd zu steuern, waren die Meere bereits fast leergefischt. Japan aber war daran nicht schuld. Bis vor 150 Jahren ernährten sich Japaner nämlich vegetarisch. Mit Flottenwalfang begannen die Japaner erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1987 ist es verboten, Wale zu fangen - mit ein paar Ausnahmen. Ureinwohner haben festgelegte Fangquoten. Darüber hinaus dürfen Wale mit Sondergenehmigung getötet werden. Gedacht war das für wissenschaftliche Zwecke. Dies wurde aber regelmäßig missbraucht, vor allem von Japan. Und das, obwohl die große Mehrheit der Japaner überhaupt kein Walfleisch mag. Manche denken deswegen auch, dass es Japan gar nicht so sehr darum geht, mehr Wale zu jagen, sondern darum, dass man sich nicht sagen lassen will, was man essen darf - vor allem nicht von denjenigen, die die Wale fast ausgerottet haben.