bedeckt München 21°
vgwortpixel

Aktuell:Panda-Politik

Meng Meng, übersetzt Träumchen, die Mama der Zwillinge

(Foto: Tobias Schwarz/AFP)

Ende August wurden im Berliner Zoo zwei kleine Pandabären geboren. Nun sollen sie Namen bekommen. Viele wollen sie Hong und Kong nennen. Doch das sorgt für mächtig Ärger.

Wenn Staaten sich gegenseitig Geschenke machen, ist es mit einer Packung Pralinen nicht getan. Es muss schon etwas Besonderes sein, zum Beispiel ein Tier. Saudi-Arabien etwa übergab Österreich als Zeichen der Freundschaft einst sechs edle Rennpferde, Russland schenkte Venezuelas Staatschef einen Terrier, und Chinas liebstes Präsent für Freunde in aller Welt sind Pandabären. Zwei davon, Meng Meng und Jiao Qing, sitzen im Berliner Zoo und haben gerade Nachwuchs bekommen. Das ist eine doppelte Sensation, denn in Deutschland wurden noch nie zuvor Pandas geboren - und dann auch noch Zwillinge! Die Freude war sowohl in China als auch in Deutschland riesig. Doch nun trübt ein Streit um die Namen der Bären die Stimmung: Viele in Deutschland finden Hong und Kong passend. In China findet man das allerdings überhaupt nicht witzig. Man drohte sogar, die Bären zurückzuholen, sollte die Wahl tatsächlich auf Hong und Kong fallen. Denn, obwohl geschenkt, gehören die Pandas lebenslang China - samt deren Kindern. Die vergrätzte Reaktion hat mit Hongkong zu tun. Das gehört zwar zu China, dort leben die Menschen aber deutlich freier als im Rest des Landes. Doch diese Sonderrechte sind gefährdet, weshalb in Hongkong gerade heftige Proteste toben. Die Bären jetzt Hong und Kong zu nennen, würde die Proteste unterstützen, findet China. Meng Meng, der Name der Mutter, heißt übersetzt übrigens Träumchen. Wollte damit China auch etwas sagen?