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Aktuell:Mausgeburtstag

Die Sendung mit der Maus

Bekommen wohl nie kalte Füße: Die Titelheldin samt Elefant und Ente.

(Foto: WDR/Trickstudio Lutterbeck)

Am Sonntag wird sie 50. Unser Autor ist zwar noch nicht ganz so alt, aber fast. Darf er das immer noch schauen?

Von Georg Cadeggianini

Erwachsene finden ja oft komische Sachen toll. Joggen zum Beispiel, scharfes Essen oder stundenlang faul am Strand rumliegen. Merkwürdig! Oder die Sache mit der Maus. Eigentlich für kleine Kinder gedacht, gibt es viele, die schon längst Ex-Kinder sind, und trotzdem jeden Sonntagvormittag wieder glänzende Augen kriegen. Warum? Drei Gründe werden einem halben Jahrhundert Mausgeschichte nicht gerecht. Immerhin, sie sind ein Anfang. Erstens: Die Maus ist die Größte. Größer als die Ente, aber auch größer als der Elefant. Das sieht jeder, wenn sie nebeneinander auf dem Bildschirm stehen. Das spürt jeder, wenn die Maus aus dem, was alles nicht klappt, was Neues schafft. Zweitens, ein typischer Erwachsenengrund: Die Maus macht sich wohltuend klein. Sie spricht nicht, sondern - klimperklimper - zeigt wie ein Emoji ihre Gefühle, lange bevor Emojis überhaupt erfunden wurden. Die Geschichten sind zurückhaltend und langsam. Damit ist sie so viel besser als die Mauskonkurrenz. Der immer so nachdenkliche Frederik etwa oder die spießige Micky Maus ... Drittens: Sie ist die Ansagerin für ein tolles Programm: neugierig, regellos, saulustig. Mein Liebling: Neun Wege, einen Fluss zu überqueren.

© SZ vom 06.03.2021
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