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Angela Merkel und Emanuel Macron sind keine dicken Freunde. Manchmal tun sie aber so. Dann freut sich die ganze Welt darüber. Warum eigentlich?

Von Nina Himmer

Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918; KIN

Ein besonderer Moment: Dieses Foto der beiden Staatschefs ging um die Welt.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

An einem Foto ist diese Woche niemand vorbeigekommen: Es zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Sie halten sich an den Händen, stehen dicht beinander, flüstern sich etwas ins Ohr - wie superdicke Freunde. Aufgenommen wurde das Foto bei einer Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkrieges. Danach ging es um die ganze Welt. Jede Zeitung hat es gedruckt, und im Internet und Fernsehen haben es Millionen Menschen angeschaut. Die meisten finden es toll. Wahrscheinlich, weil sie große Sehnsucht nach guten Neuigkeiten haben. Davon gibt es schließlich gerade nicht so viele. Im Gegenteil: Staatschefs wie Trump, Putin, Erdoğan oder Bolsonaro zetern, schimpfen, pöbeln und hetzen bei jeder Gelegenheit. Zwischen so viel Streit tut ein bisschen Freundschaft einfach gut. Selbst dann, wenn Merkel und Macron eigentlich gar nicht so dicke sind. Meist streiten sie nämlich. Zum Beispiel über die Digitalsteuer, eine europäische Armee oder einen gemeinsamen Haushaltsplan für Europa. Doch das ist okay, weil sie trotzdem politische Partner sind. Und so macht das Bild nicht nur vielen Menschen Mut, sondern zeigt auch den vielen Schimpf-Staatschefs, dass es anders geht.

G20 leaders summit in Hamburg; KIN

Sie können auch anders: In vielen Dingen sind die beiden nicht einer Meinung.

(Foto: Wolfgang Rattay/Reuters)
© SZ vom 17.11.2018
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