bedeckt München
vgwortpixel

Aktuell:Familiensache

Ex-Papst Benedikt warnt: Zölibat darf nicht aufweichen

Sind sie unterschiedlicher Meinung? Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt

(Foto: dpa)

Katholische Priester dürfen eigentlich nicht heiraten. Oder gibt es da bald Ausnahmen? Über diese Frage wird gerade ziemlich viel gestritten.

Ein Priester hat jede Menge Aufgaben. Taufen, Sonntagsgottesdienste und Beerdigungen etwa, er muss die Kirche mit ihren Angestellten leiten und verwalten. Und: Er soll sich um die Sorgen der Menschen in seiner Gemeinde kümmern. Seelsorge nennt man das. Viele finden, es ist die wichtigste Aufgabe. Wie das gut klappen kann? Darüber gibt es in der katholischen Kirche ganz unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, es sei unbedingt notwendig, dass ein Priester ehelos lebt: Zölibat nennt man das. Das heißt, dass der Priester nicht heiratet. Denn eine eigene Familie würde unter den vielen Aufgaben des Pfarrers leiden. Andere halten das für Humbug. Wie soll jemand, der Familie nur von außen kennt, überhaupt die Sorgen von Eltern und Kindern verstehen? Wie soll er ernsthaft seelsorgerisch arbeiten? Derzeit wird wieder hitzig über den Zölibat diskutiert, freilich aus anderen Gründen. In manchen Gegenden gibt es nämlich überhaupt keine Priester mehr. Manche glauben, dass der Papst dort bald Ausnahmen für Verheiratete genehmigen könnte - Ersatzpriester sozusagen. Dagegen hat sich jetzt sein Vorgänger zu Wort gemeldet. Ein Streit auf allerhöchster Ebene also. Manche sprechen schon von Papst und Gegenpapst.

© SZ vom 18.01.2020
Zur SZ-Startseite