Deutscher AlltagWenn das mal keine Altpartei ist

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Cesare Borgia war ein Sohn von Papst Alexander VI. – und Nutznießer eines korrupten Systems.
Cesare Borgia war ein Sohn von Papst Alexander VI. – und Nutznießer eines korrupten Systems. Süddeutsche Zeitung Photo

Borgia-Papst Alexander VI. war ein großer Nepotist, der seinen Verwandten hübsche Posten zuschanzte. Kommt einem mit Blick auf die AfD durchaus bekannt vor.

Kolumne von Kurt Kister

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Die Päpste des Mittelalters und die Fürsten des 18. Jahrhunderts hatten manche Gemeinsamkeiten. Sie hielten sich für gottgesandt oder für von Gott erwählt. Und sie versuchten, ihre Familienangehörigen möglichst gut zu versorgen – mit Pfründen, Posten oder Sinekuren. „Sinekure“ zählt zu den Wörtern, die nicht aussterben dürfen, auch wenn sie viele Menschen nicht mehr verstehen. Eine Sinekure (von lateinisch „sine“, ohne, und „cura“, Sorge, Pflege) ist ein Amt oder eine Position, in der man nichts oder nicht viel arbeiten muss und trotzdem entlohnt wird. Sinekuren waren (und sind) die klassischen „Beschäftigungen“ für manchmal nichtsnutzige Töchter, Neffen (nepos heißt der Neffe auf Lateinisch) oder Schwiegersöhne sowie andere Bluts- oder Geistesverwandte, von denen vor 150 Jahren etliche im Gotha standen. Heute findet man sie eher in der Bunten. Manche moderne Inhaber von Sinekuren sind auch daran zu erkennen, dass sie Kontakt zu Jeffrey Epstein hatten.

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