Süddeutsche Zeitung

Zum Tod von Janet Leigh:Im Zeichen des Bösen

Als Mordopfer unter der Dusche im Hitchcock-Thriller "Psycho" wurde die Hollywood-Schauspielerin weltberühmt. Nun starb Leigh im Alter von 77 Jahren.

Nach Angaben ihrer Sprecherin vom Montag starb sie am Sonntag "friedlich" in ihrem Haus in Kalifornien. Ihre Töchter, die Schauspielerinnen Kelly Curtis und Jamie Lee Curtis aus einer früheren Ehe mit Hollywoodstar Tony Curtis, wachten an Leighs Sterbebett.

Mit der Szene, in der sie durch den Duschvorhang hindurch in einem Motel erstochen wird, wurde die hellblonde Schauspielerin 1960 schlagartig berühmt. In "Psycho" war sie Filmpartnerin von Anthony Perkins. Dafür stand Leigh insgesamt sieben Tage lang unter der Dusche. In ihren Erinnerungen schrieb Leigh 1995, die Dreharbeiten seien ihr leicht gefallen, abgesehen von den letzten 20 Sekunden, in denen sie absolutes Entsetzen mimen musste. Allerdings habe sie es seitdem nicht mehr ertragen können zu duschen. "Das hat nichts mit Publicityträchtigkeit zu tun, es ist wirklich wahr", sagte sie.

Zu ihrer herausragenden Filmen gehörten außerdem 1958 "Im Zeichen des Bösen" sowie 1962 "Botschafter der Angst". Zuletzt war Leigh gemeinsam mit ihrer erfolgreichen Tochter Jamie ("Ein Fisch namens Wanda") in dem Gruselfilm "Halloween H20 - 20 Jahre später" im Kino zu sehen. Auch deutsche Fernsehzuschauer kennen sie aus der Krimi-Serie "Inspektor Columbo".

In den ersten Jahren ihrer Karriere war die 1927 geborene Leigh festgelegt auf den Typ des netten blonden Mädchens von nebenan in Filmen wie "Meine Schwester Ellen". Das änderte sich 1958, als sie in Orson Welles' meisterhaftem Film-noir "Im Zeichen des Bösen" an der Seite von Charlton Heston eine von Rowdys terrorisierte Polizistenfrau spielte. In dieser Rolle fiel sie Alfred Hitchcock auf, der Leigh umgehend für "Psycho" engagierte.

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