Zum Tod von Debbie Reynolds:Reynolds war resolut genug, mit jedem Skandal offen umzugehen

Reynolds spielte auch in den Siebzigern und Achtzigern in vielen Kinofilmen und Fernsehshows mit, aber ihre Publicity hatte auch mit ihrer zweiten Ehe mit dem Schuhfabrikanten Harry Karl zu tun, der nach ihrer eigenen Aussage erst sein und dann ihr Geld beim Glücksspiel verzockte. Es folgte Scheidung Nummer zwei. Reynolds aber war resolut genug, mit jedem Skandal so offen umzugehen, dass ihre Karriere davon profitierte. Für die Komödie "These Old Broads" (2001) über drei gealterte Diven entschloss sie sich, ihrer Rivalin Elizabeth Taylor entgegenzutreten, indem sie an ihrer Seite spielte. Und als Tochter Carrie ein Buch mit dem Titel "Postcards on the Edge" veröffentlichte, in dem sie eine extrem knifflige Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt, spielte sie 1990 einfach in der Verfilmung mit. Carrie schrieb das Drehbuch.

Private und berufliche Achterbahnjahre

Dass ihre ganz große Zeit vorbei zu sein schien, kompensierte Reynolds mit der Eröffnung eines Kasinohotels in Las Vegas Anfang der Neunziger, gemeinsam mit ihrem dritten Mann Richard Hamlett. Das ganze Unternehmen endete zwar mal wieder mit Bankrott und Scheidung, aber hier baute Reynolds ihre erstaunliche Sammlung an Hollywood-Memorabilien aus, die heute ein paar Tausend Sücke umfasst. Darunter: Charlie Chaplins schwarzer Hut und Marilyn Monroes flatterndes Kleid.

Trotz der vielen Pleiten und Sportvideos für "Frauen eines gewissen Alters" hat sie ihren Status als große Lady des alten Hollywood immer behalten. Sie hatte selbstironische Divenrollen in den Sitcoms "Golden Girls", "Roseanne" und "Will & Grace", und gemeinsam mit ihrer Tochter saß sie zuletzt immer öfter in Talkshows, nie altersweise, sondern selbstkritisch und neugierig. Die privaten und beruflichen Achterbahnjahre hatten Mutter und Tochter, die sich ein Leben lang aneinander abgearbeitet haben, im Alter zusammengeschweißt. Beide haben die amerikanische Unterhaltungsindustrie auf ihre eigene Art und Weise entscheidend geprägt. "Früher haben die Leute gesagt, dieses Mädchen ist die Tochter von Debbie Reynolds, heute heißt es, schaut mal, da ist die Mutter von Prinzessin Leia", sagte Reynolds bei einem der Talkshowauftritte.

Am Mittwoch ist Debbie Reynolds, einen Tag nach ihrer Tochter und ebenfalls an den Folgen eines Schlaganfalls, in Los Angeles gestorben.

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