Verfilmung von "Fifty Shades of Grey"Sadomaso-Männer sind Heimwerker

Die lustvollste Szene in "Fifty Shades of Grey" spielt im Baumarkt. Die Läden sind in der Filmgeschichte schon immer wichtig, von "Psycho" bis "Breaking Bad". Eine Auswahl.

Von SZ-Kritikern

Fifty Shades of Grey

Nach langen Monaten, in denen man uns mit blassem, hochgestyltem, nichtssagendem Trailer-Material abspeiste, kommt "Fifty Shades of Grey" nun doch noch zur Sache. Zum Kinostart gibt es im Netz eine Szene zu sehen, die zu den zentralen des Films zu gehören scheint und uns mitten ins Herz des Sadomasochismus führt, dem der Film sich widmet. Der Milliardär Christian Grey kommt, hemdsärmlig schick, in den Baumarkt und überrascht die Studentin Anastasia, die dort jobbt. Sind Sie grade frei?, fragt er und nennt seine Wünsche. Anastasia, in kariertem Hemd und Schürze, bedient ihn mit zarter Verlegenheit: Kabelbinder ... Klebeband, ein Inch und zwei Inch ... ein rotes Seil ... Der Sadomasochismus wird hier aus seiner werbeseligen Diffusität gerettet, er ist volksnah und bodenständig, eindeutig ein Handwerk. Der SM-Mann als Heimwerker, der mit sicheren Handgriffen sein Objekt, die willige Frau, traktiert. Und: Der Baumarkt als wahrer Ort von Verführung und Verheißung, erotisch und lustvoll. Fritz Göttler

Bild: Photo by Chuck Zlotnick - © Universal Pictures 12. Februar 2015, 20:032015-02-12 20:03:50 © Süddeutsche.de/ebri