Süddeutsche Zeitung

Schauspielhaus Zürich:Verträge nicht verlängert

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Das Intendanz-Duo am Schauspielhaus Zürich, Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg, muss aufhören. Seit Monaten gibt es Debatten um die Ausrichtung des Theaters.

Die beiden Intendanten des Schauspielhaus Zürich, Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg, bekommen ihren Vertrag nicht über die Spielzeit 2023/24 hinaus verlängert. Das berichteten der Tages-Anzeiger und die NZZ am Sonntag. Laut NZZ am Sonntag habe der Verwaltungsrat des Theaters die Vertragsgespräche mit dem Duo abgebrochen, die NZZ bezieht sich dabei auf "mehrere Quellen". Es soll unter anderem zu Uneinigkeiten bezüglich der Bezahlung von Theatermitarbeitern gekommen sein . Das Intendanten-Duo soll gerechte Löhne für alle gefordert haben, der Verwaltungsrat, zusammengesetzt aus Vertretern der Stadt Zürich, die das Theater finanziert, und des des Kantons, wollten angeblich lieber sparen. Auch das jährliche Budget von 38 Millionen Franken sollte nicht erhöht werden, obwohl die Theaterleitung 1,8 Millionen Franken zusätzlich gefordert hatte.

Stemann und von Blomberg hatten das Schauspielhaus im Herbst 2019 als Duo übernommen. Sie holten Regisseure wie Christopher Rüping, Trajal Harrell und Leonie Böhm ans Haus und zeigten anspruchsvolles zeitgenössisches Theater, mehrfach wurden Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen, etwa Christopher Rüpings "Einfach das Ende der Welt" nach Jean-Luc Lagarce und Alexander Giesches "Der Mensch erscheint im Holozän" nach Max Frisch.

Der Vorwurf: Sie machten Theater am Publikum vorbei

Seit Monaten aber kriselte es heftig zwischen der Theaterleitung und der Stadt, die Zuschauerzahlen waren schlecht, Abos wurden gekündigt, zu wenig Tickets verkauft. Der Vorwurf, den auch NZZ und Tagesanzeiger erheben, lautet, Stemann und von Blomberg würden Theater an den Menschen vorbei machen, zu progressiv, zu moralisch. Ein jüngst anberaumter "Publikumsgipfel" sollte das Gespräch zwischen Theater und Publikum herstellen, vergeblich.

Nicolas Stemann und das Schauspielhaus Zürich äußerten sich auf SZ-Anfrage nicht in der Sache, am Montag würde dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

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