Auch Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zuletzt fest, dass wir „inmitten eines Epochenbruchs“ leben. Die Ausrufung einer „Zeitenwende“ (Olaf Scholz), einer neuen Ära, einer neuen Weltordnung ist fast schon ein eigenes Genre geworden. Der Ukrainekrieg, Trumps Auftritt in Davos und die Morde auf offener Straße, die die ICE-Beamten in den USA begehen, erscheinen beispiellos. Aber ist die Lage wirklich so epochal? Anruf bei einem, der sich täglich mit Anfängen und Enden von Epochen beschäftigt: dem Potsdamer Historiker Frank Bösch.
Interview mit dem Historiker Frank Bösch„Epochenbrüche werden oft zu schnell ausgerufen“
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Bisweilen wird das, was derzeit in den USA passiert, als Vorstufe eines Bürgerkriegs beschrieben. Endet in Minneapolis die Gegenwart?
Holden Smith/IMAGO/ZUMA Press WireDer Historiker Frank Bösch ist skeptisch, ob die jüngsten Krisen den Lauf der Geschichte wirklich fundamental beeinflussen – die wahre Zeitenwende vollziehe sich dahinter. Ein Gespräch über die Grenzen und die Notwendigkeit des Alarmismus.
Interview von Sonja Zekri
