Arbeitskultur:Du bist nicht dein Job

Arbeitskultur: Durcharbeiten, damit das Projekt fertig wird, oder lieber länger Mittagspause machen? Die Verfechter des "Quiet Quitting" raten, sich nicht zum Sklaven seines Jobs zu machen.

Durcharbeiten, damit das Projekt fertig wird, oder lieber länger Mittagspause machen? Die Verfechter des "Quiet Quitting" raten, sich nicht zum Sklaven seines Jobs zu machen.

(Foto: imago images/MASKOT)

Das Schlagwort "Quiet Quitting" zirkuliert auf Tiktok: Nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen, ist offenbar ein Jugendtrend. Doch mit Faulheit hat das wenig zu tun.

Von Julia Werthmann

Das Video beginnt in einem U-Bahn-Schacht, einige Schnitte später hält jemand seine Hand in eine Seifenblasenmaschine, offensichtlich unbeschwert. "Dein Wert hängt nicht davon ab, was du leistest", sagt aus dem Off der aus New York stammende Nutzer, der es erstellt hat. Er möchte das Konzept des "Quiet Quitting" als Strategie der Selbstfürsorge etablieren. "Du kündigst nicht deinen Job, aber du gibst die Idee auf, mehr zu tun als nötig. Du erfüllst immer noch deine Pflichten, aber du folgst nicht mehr der Mentalität der Hustle-Kultur, dass die Arbeit dein Leben sein muss." Das Video wurde im vergangenen Juli veröffentlicht, offenbar sprach es aus, was viele junge Menschen denken. Der Hashtag #quietquitting hat auf Tiktok aktuell mehr als eine Viertelmillion Aufrufe.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusMeinung22 Geschichten aus 2022
:Diese jungen Leute müssen exakt gar nichts

Mehr arbeiten, weniger fliegen, sozialer sein: Ständig sollen junge Menschen irgendwas besser machen. Das ist anmaßend - und es kehrt die Verhältnisse grotesk um.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: