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"A Rainy Day in New York":Neuer Woody-Allen-Film kommt im Herbst ins Kino

Der Regisseur Woody Allen während eines Fototermins in Cannes 2016.

(Foto: AFP)

Nach Missbrauchsvorwürfen hatte Amazon einen Produktionsdeal mit dem Regisseur annulliert. Europa hat da weniger Bedenken.

Die Anzeichen verdichten sich, dass der Autor und Filmemacher Woody Allen in der Kulturindustrie der USA inzwischen den Status einer Persona non grata erreicht hat. Amazon hat den Vier-Filme-Produktionsdeal mit ihm annulliert und wird den fertiggestellten Film "A Rainy Day in New York" nicht herausbringen, jetzt streiten sich beide Parteien vor Gericht. Derweil berichtet die New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen in der amerikanischen Buchbranche, dass eine ebenfalls fertige Autobiografie des Filmemachers keinen Verlag findet - Allen sei so "toxisch", dass viele Verleger das Manuskript nicht einmal gelesen hätten, wird ein Insider zitiert. Das alles beruht nicht auf neuen Fakten zu dem möglichen, von damaligen Untersuchungen allerdings nicht verifizierten Missbrauch Allens an seiner Adoptivtochter Dylan Farrow im Jahr 1992, sondern auf deren steigender Prominenz in der "Me Too"-Bewegung und der öffentlichen Solidarität, die sie von vielen ehemaligen Allen-Schauspielern erfahren hat.

Diese scheint im alten Europa jedoch weniger ausgeprägt zu sein. "A Rainy Day in New York" hat mit Filmwelt / NFP nun einen deutschen Verleih gefunden. Für Verleihchef Christoph Ott, 59, ist das eine Herzensangelegenheit: "Filmwelt / NFP freut sich sehr, mit Woody Allen bei "A Rainy Day in New York" zusammenzuarbeiten, er ist für uns einer der herausragenden Regisseure unserer Zeit. Wir sind froh, den Film in Deutschland und Österreich diesen Herbst ins Kino zu bringen und Teil der Familie der internationalen Verleiher zu sein, die den Film in Europa, China, Japan, Korea, Russland sowie Latein- und Südamerika verleihen." Der Film ist eine romantische Komödie mit Elle Fanning, Selena Gomez, Timothée Chalamet und Jude Law.

Für Italien steht bereits ein Oktober-Starttermin fest, das nährt Spekulationen, das Werk könnte auch auf dem Filmfestival von Venedig laufen. Die spanische Produktionsfirma Mediapro, die schon Allens Filme "Vicky Cristina Barcelona" und "Midnight in Paris" mitproduziert hat, bestätigt Vorbereitungen für einen neuen Film, der in und um San Sebastián gedreht werden soll. Und Variety spekuliert, ein französischer Verlag könnte sich der Memoiren annehmen. Derweil versichert der Star von "Vicky Cristina Barcelona", der spanische Oscargewinner Javier Bardem, er würde "gleich morgen" wieder mit Allen arbeiten, sollte der ihn fragen. Auch als Jazzklarinettist mit der Eddy Davis New Orleans Jazz Band kann Allen auf europäische Unterstützung zählen. Eine Tour im Juni mit Stationen unter anderem in Barcelona, Madrid, Mailand und München meldet gute Vorverkäufe.

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