Der WM-Pokal, der im Besprechungszimmer eines Münchner Filmverleihs auf dem Tisch steht, ist sichtbar nicht echt: zu groß, zu klobig, kein echtes Edelmetall, nur angemalt. Der Mann, der sich dahinter im Drehstuhl wiegt, ist aber ein echter Weltmeister, denn ein solcher bleibt man nach dem Titelgewinn ja ein Leben lang. Die goldene Nacht von Rom, die den heute 64-jährigen Lothar Matthäus in den Status einer Legende katapultierte, steht jetzt im Zentrum der Doku „Ein Sommer in Italien – WM 1990“ (Kinostart: 19. März). Gerade vor der vom Paten der Fifa Gianni Infantino aufgeblähten Mega-WM im Reich von Donald Trump ist der Film eine wohltuend-nostalgische Erinnerung an Zeiten, als der Fußball noch normal und die Trikots nicht retro waren, sondern eben einfach so aussahen – und über die der Zeitzeuge Lothar Matthäus gerne Auskunft gibt.
WM 1990„Vielleicht die klügste Entscheidung meines Lebens“
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Lothar Matthäus über den WM-Film „Ein Sommer in Italien“, sein Verhältnis zu Jürgen Klinsmann und Franz Beckenbauer – und den eigenen Nacktauftritt mit dem Pokal vor dem Schritt.
Interview von Moritz Baumstieger
