Literatur Satiriker Wiglaf Droste ist tot

Der Satiriker Wiglaf Droste ist im Alter von 57 Jahren gestorben.

(Foto: Toni Heigl)
  • Der Autor und Musiker Wiglaf Droste ist im Alter von 57 Jahren gestorben.
  • Für seine scharfzüngigen Polemiken wurde Droste von Fans mit Satirikergrößen wie Kurt Tucholsky verglichen, erntete allerdings auch stets energische Kritik.

Der Satiriker Wiglaf Droste ist tot. Er starb nach kurzer und schwerer Krankheit am Mittwoch im oberfränkischen Pottenstein, wie die Chefredaktion der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Junge Welt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sie berief sich auf den engsten Familienkreis. Für das Blatt schrieb Droste seit vielen Jahren eine tägliche Kolumne.

Droste, 1961 im ostwestfälischen Herford geboren, galt als gnadenloser Kritiker deutscher Zustände. Er begann seine Karriere Ende der Achtzigerjahre als Redakteur bei der Berliner taz und wechselte kurz darauf zum Satiremagazin Titanic.

1991 gründete er mit einem Freund das "Benno-Ohnesorg-Theater" an der Berliner Volksbühne, das jungen satirischen Talenten ein Podium für politisch aktuelle Abendunterhaltung bot. Für seine scharfzüngigen Polemiken wurde er von Fans mit Satirikergrößen wie Kurt Tucholsky verglichen, erntete allerdings auch stets energische Kritik. Aufregung verursachte Droste etwa mit dem satirischen Krimi "Der Barbier von Bebra", den er 1996 zusammen mit Gerhard Henschel veröffentlichte. Darin schneidet ein Serienmörder ostdeutschen Prominenten vor der Exekution die "Bürgerrechts"-Bärte ab. Als die taz den Roman vorabdruckte, riefen die Politiker Vera Lengsfeld und Konrad Weiß zum Boykott der Zeitung auf.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller und Publizist arbeitete Droste auch als Songschreiber und Sänger. Nachdem er bereits in den Neunzigerjahren Lesungen singend bestritten hatte, tat er sich im Jahr 2000 mit der Band "Spardosen-Terzett" zusammen, um literarische Konzerte zu geben und auf CD aufzunehmen. Droste wurde 57 Jahre alt.