Es gab eine Zeit, da hat Elfriede Jelinek noch richtige Theaterstücke geschrieben, „richtig“ im Sinne von: Szenenanweisungen, Rollen, Akte. Die Szenenanweisungen wurden im Laufe der Zeit immer lapidarer („Machen Sie, was Sie wollen“); Rollen und Akte wurden von sprudelnden Prosakaskaden ersetzt, für die der Begriff „Textfläche“ erfunden wurde. Wer da spricht, wo, wie und zu wem, muss das Theater seither selbst herausfinden. Das macht Elfriede Jelinek zu einer zentralen Proponentin des sogenannten postdramatischen Theaters.
„Krankheit oder Moderne Frauen“ am Wiener VolkstheaterSie will nicht spielen
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Claudia Bauer holt am Wiener Volkstheater ein frühes Stück von Elfriede Jelinek aus der Schublade: die feministische Vampir-Farce „Krankheit oder Moderne Frauen“.
Von Wolfgang Kralicek
