bedeckt München

Wettbewerb:Mit Star-Wars-Kriegern auf der Pirsch

Lotto Fotomarathon

"Lotti" ist das Maskottchen des Münchner Fotomarathons.

(Foto: Fotomarathon)

Der Münchner Fotomarathon lockt alljährlich nicht nur Hobby-, sondern auch Profifotografen an

Von Anna Stockhammer

Nach und nach treffen die Teilnehmer des Marathons am Nockherberg ein. Sie holen sich ihre Startnummern ab, aufwärmen müssen sie sich aber nicht. Sie tragen auch keine Sportkleidung und statt Trinkflaschen haben sie Kameras dabei. In acht Stunden, zwölf Fotos zu vorgegebenen Themen aufnehmen - das ist das Konzept des Fotomarathons. In München hat der erste 2012 stattgefunden. Seitdem ist er so etwas wie ein Fixtermin für über 200 Hobby- und Profifotografen. Am 20. Juli wird der nächste Fotomarathon stattfinden.

"Ein Marathon ist eine sportliche Herausforderung mit klaren Regeln, und ein Fotomarathon ist eine fotografische Herausforderung mit klaren Regeln", sagt Conny Haas, die Hauptorganisatorin des Marathons. Und tatsächlich, auch wenn der künstlerischen Freiheit kaum Grenzen gesetzt sind, gibt es ein paar Regeln. Erst zu Beginn des Tages erhalten die Teilnehmer sechs Themen, zu Mittag gibt es die nächsten sechs. Alle Themen stehen unter einem Motto, im vergangenen Jahr lautete es "Gegensätze ziehen sich an". Einzelthemen hießen beispielsweise "Gut und Böse" oder "Scharf und Mild". Wichtig ist, dass die Fotos in der vorgegebenen Themenreihenfolge aufgenommen werden. Kontrolliert wird das über das Aufnahmedatum und die Uhrzeit auf den Fotos.

Eine weitere Regel ist, dass die Startnummer auf dem ersten Bild zu sehen sein muss. Das wurde Rudolf Straubmeier im vergangenen Jahr zum Verhängnis. Der Sportfotograf hatte damals sieben Menschen in Star-Wars-Kostümen im Deutschen Museum abgelichtet. Am Ende des Tages, als Kamera und Startnummer zufällig nebeneinander lagen, sei ihm aufgefallen, dass er beim ersten Bild vergessen hatte, die Startnummer zu integrieren. Daraufhin ließ er sich disqualifizieren.

Ums Gewinnen sei es ihm ohnehin nicht gegangen, sagt er. "In meinem Beruf läuft das Fotografieren immer automatischer ab. Man hält auf ein Motiv und drückt mehrmals ab, dann wird schon ein guter Schuss dabei sein." Der Fotomarathon sei für ihn eine Möglichkeit, bewusst zu fotografieren und sich selbst etwas zu den Aufnahmen zu überlegen. Dafür betreibe er gern einen "übertriebenen" Aufwand. Vor zwei Jahren setzte er ein Tanzpaar in Szene und kam damit unter die zehn Siegerserien, die jedes Jahr im Herbst mit Preisen wie Kameras und Objektiven ausgezeichnet werden.

So viel Aufwand ist aber nicht unbedingt nötig. Den letzten Fotomarathon hat eine Serie mit Socken gewonnen, die nach den Themen inszeniert waren. Grundsätzlich darf jeder, der eine Digitalkamera besitzt, am Fotomarathon teilnehmen. Die Jury achtet nur zum Teil auf die fotografische Qualität, wichtiger sind gute Ideen und der Seriencharakter. Alle Fotos sollten ein einheitliches Format haben und entweder in Schwarz-Weiß oder in Farbe sein.

Dementsprechend locker an die Sache heran geht Susanne Truckenbrodt. Die Einkaufssachbearbeiterin in der Elektrobranche ist Hobbyfotografin, sechs Mal waren sie und ihr Mann schon dabei, heuer soll es das siebte Mal werden. Vieles passiert bei ihnen spontan. Mal laufen sie durch ganz München, mal suchen sie sich einen Platz zum Fotografieren und manchmal nehmen sie Gegenstände von Zuhause mit, die sie inszenieren. Große Vorbereitung wie beim herkömmlichen Marathon braucht es also keine. Es kann nach Lust und Laune drauf los fotografiert werden.

Fotomarathon München, Samstag, 20. Juli; Anmeldung noch bis 10. Juli unter www.fotomarathonmuenchen.de

© SZ vom 18.06.2019
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema