Westliche Kunst in Teheran:Der Schatzmeister

Westliche Kunst in Teheran: Firouz Shahbazi neben einer seiner Lieblingsskulpturen, Walking Man I von Alberto Giacometti.

Firouz Shahbazi neben einer seiner Lieblingsskulpturen, Walking Man I von Alberto Giacometti.

(Foto: Newsha Tavakolian)

Vor vierzig Jahren legte die letzte iranische Kaiserin die größte Sammlung moderner Kunst außerhalb der westlichen Welt an. In der Islamischen Revolution wurden die Werke in einen Keller verbannt. Firouz Shahbazi hatte als Einziger die Schlüssel.

Von Xifan Yang, SZ-Magazin

Der Mann, der mehr als drei Jahrzehnte lang einen der spektakulärsten Kunstschätze der Geschichte gehütet hat, sitzt tief unter der Erde im Zentrum von Teheran am Ende einer spiralförmigen Rampe. Man muss die Straße der Arbeiter hochlaufen, die früher Straße der Prinzessinnen hieß, vorbei an amerikanisch anmutenden Burger-Imbissen und einer staubigen U-Bahn-Baustelle, bis man den westlichen Rand des Laleh-Parks erreicht hat, der vor der Revolution nach der Kaiserin Farah benannt war. Hinter dem Straßenhändler, der auf dem Boden kauernd verbotene Romane von Jean-Paul Sartre verkauft, wirbt ein Plakat für die aktuelle Ausstellung des Teheraner Museums für Zeitgenössische Kunst, kurz TMoCA: eine Serie von sehr vielen, sehr ähnlich aussehenden Wüstenfotos, ausgestellt in neun Sälen und auf insgesamt 8500 Quadratmeter Fläche. Das ist in etwa so, als würde man die Pinakothek der Moderne in München ausschließlich mit Ansichten der Zugspitze bespielen oder die Tate Modern mit unendlichen Variationen der Highlands von Schottland.

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