Weimar (dpa) - Die Klassik Stiftung Weimar will 2022 die Wirkung von Sprache, Möglichkeiten und Grenzen von Verständigung in den Mittelpunkt von Ausstellungen und Veranstaltungen stellen. Sie will dabei nicht nur den Blick auf Goethe und Schiller richten, sondern vor allem auf den in der Öffentlichkeit weniger bekannten Schriftsteller Christoph Martin Wieland (1733-1813), wie eine Stiftungssprecherin auf Anfrage sagte. Herzogin Anna Amalia hatte Wieland 1772 zur Erziehung ihrer beiden Söhne an den Weimarer Hof berufen.
Anlässlich des 250. Jahrestages seiner Ankunft in Weimar soll das Wielandgut Oßmannstedt zwischen Weimar und Apolda mit einer neuen Dauerausstellung am 4. September wieder eröffnet werden. Am 5. September ist der Geburtstag des Romanschriftstellers und Übersetzers. Zudem ist im Goethe- und Schiller-Archiv eine Ausstellung „Wieland! Weltgeist in Weimar“ geplant, die am 6. Mai starten soll. Zu den 2022er Vorhaben unter dem Motto „Sprache - Experimente, Ausstellungen, Debatten“ gehört auch ein Sprachlabor, das vor dem Stadtschloss aufgebaut werden und Raum für Workshops und Poetry Slams bieten soll.
Entwicklung und Macht von Sprache ist in Thüringen ein Aspekt im kürzlich eröffneten Themenjahr „Welt übersetzen“ anlässlich des 500. Jubiläums von Martin Luthers Bibelübersetzung. Der Kirchenreformator hatte 1521/22 im Asyl auf der Wartburg bei Eisenach das Neue Testament der Bibel vom Griechischen ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung gilt als wesentlicher Schritt zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache.
© dpa-infocom, dpa:211214-99-373083/2
