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Warren Beatty und Lily Collins:"Haben Sie etwas gespürt?"

Fernsehshow This Morning

So saßen sie im Interview, allerdings nicht ganz so locker: Lily Collins trug Alexander McQueen, Warren Beatty schwarze Lederjacke. Das Foto stammt aus dem britischen Frühstücksfernsehen, wo sie davor waren.

(Foto: S Meddle/action press)

Warren Beatty bringt mit 80 Jahren noch mal einen Film ins Kino. Darin spielt er eine Sexszene mit Lily Collins, 28. Die beiden wollen darüber reden - aber nur zusammen.

Es beginnt, wie eigentlich ja immer, mit der Körpersprache. Warren Beatty hat sich lässig in der Hotelcouch des Claridge's in London zurückgelehnt. Er trägt Jeans und eine weiche schwarze Lederjacke. Lily Collins sitzt perfekt gestylt daneben, hat sich aber kerzengerade auf der Kante platziert und ihren kamelfarbenen Alexander-McQueen-Mantel lieber mal nicht ausgezogen.

Ein älterer Herr also, der gern ein bisschen bleiben und plaudern und lockerlassen möchte. Und eine junge Dame auf der Durchreise, auf dem Weg zu hoffentlich größeren Dingen. Der Smalltalk beginnt mit der Erwähnung des Londoner Restaurants "The Guinea". "Immer, wenn ich hier bin, esse ich Steaks", sagt Warren Beatty, "und zwar schon seit 1962." Dann fügt er, augenzwinkernd an seine Couchpartnerin hinzu: "Du erinnerst dich doch an 1962?" "Als ob es gestern wäre", antwortet Lily Collins.

Auf diese Weise wird gleich mal offensiv betont, was sonst ungut in der Hotelzimmerluft herumwabern würde: Der Herr, der gerade achtzig Jahre alt geworden ist, verfügt über reichlich ein halbes Jahrhundert mehr an Lebens-, London- und auch Steak-Erfahrung als die Dame, die 28 ist, aber ungefähr wie 18 aussieht. Trotzdem haben sie in dem Film "Regeln spielen keine Rolle", dem sie an diesem Tag die nötige Aufmerksamkeit verschaffen wollen, eine gemeinsame Sexszene.

Um die Sexszene hätte es an und für sich nicht unbedingt gehen müssen. Aus rätselhaften Gründen aber hat irgendwer (der Herr? die Dame? ihre Agenten? ihre Geldgeber?) darauf bestanden, dass die beiden nur ein gemeinsames Interview geben werden. So sitzen sie jetzt da: rechts der Herr, der den Ruf hat, drei Jahrzehnte lang Hollywoods unangefochten größter Liebhaber gewesen zu sein; links die Dame, deren elfenhafte Erscheinung sich nur schwer mit dem Wissen vereinbaren lässt, dass die Hälfte ihrer Gene vom Pop-Mondgesicht Phil Collins stammt; zwischen ihnen diese Sexszene, wie ein sehr großer, unsichtbarer Elefant.

Ein angetrunkenes Starlet (Lily Collins).

(Foto: Fox)

Als unverdächtiger Einstiegspunkt des Gesprächs bietet sich an, dass Warren Beatty in "Regeln spielen keine Rolle" eine historische Figur spielt, den legendären Hollywood-Studioboss, Frauenhelden, Flugzeugbauer und Super-Exzentriker Howard Hughes. Lily Collins wiederum spielt eine sehr christliche, junge Schönheit namens Marla, die in ihrer Heimat Virginia zur "Apfelblüten-Königin" gewählt wurde und Ende der Fünfzigerjahre nach Hollywood kommt, weil Howard Hughes irgendwo ihr Bild gesehen und sie für die unvorstellbare Summe von 400 Dollar pro Woche als Schauspieltalent unter Vertrag genommen hat.

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Warren Beatty kam selbst Ende der Fünfzigerjahre nach Hollywood, er weiß, wovon er da spricht. Lily Collins wiederum tut im Film sehr überzeugend so, als steckten ihr die Fünfzigerjahre im Blut. Sie ist, was man an dieser Stelle festhalten sollte, eine sehr gute Schauspielerin.

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