"Walküre" in Kassel:War es so schmählich?

Lesezeit: 3 min

Die Walküre; Kassel Walküre

Wälsungenblut: Das sexualisierte Zwillingspaar Sieglinde (Nadja Stefanoff) und Siegmund (Martin Iliev) in der "Walküre" in Kassel.

(Foto: N. Klinger/Staatstheater Kassel)

Wer Richard Wagners "Walküre" eindringlich erleben, den Text verstehen und sensationelle Frauenstimmen hören will, muss jetzt nach Kassel reisen.

Von Julia Spinola

Siegmund steht auf der schwarzen, leeren Bühne, während aus der hintersten Tiefe des Saals Brünnhildes Stimme zu ihm herüberschallt: "Siegmund! Sieh auf mich! Ich bin's, der bald du folgst." Schutzlos, in blutbefleckter Kleidung steht der Sohn Wotans an der Rampe und blickt auf die nur für ihn sichtbare Walküre. Ein indirektes, kaltes Scheinwerferlicht lässt die Nebelschwaden um ihn herum tanzen. Wenn dann die halb wahnsinnige Sieglinde zu ihm stürzt, ihm Fragen einflüstert, mit denen er dem Tod eine Absage erteilen möchte, und das Zwillingspaar sich schließlich in heilloser Symbiose aneinanderklammert, ist das ein Bild der existenziellen Verlorenheit, das unter die Haut geht.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Enjoying the fresh sea air; loslassen
Liebe und Partnerschaft
»Solange man die Emotionen zulässt, ebben sie auch wieder ab«
Smiling women stretching legs on railing; Dehnen
Gesundheit
"Der Schlüssel zu mehr Beweglichkeit ist der hintere Oberschenkel"
Silvester Menü
Essen und Trinken
»Beim Kochen für Gäste geht es auch um Anerkennung«
A young woman enjoying snowfall in Amsterdam; Frieren Interview Hohenauer
Gesundheit
»Im Winter sollte man zur Ruhe kommen, kürzer treten«
Relax, music earphones or happy woman lying on living room sofa and listening to podcast, radio or meditation media. Indian person in house feeling zen in sun with smile, mind wellness or good energy; Therapie
Psychologie
"Es lohnt sich, seine Gefühle ernst zu nehmen"
Zur SZ-Startseite