EU-Wahlprogramme im Check:Nicht von dieser Welt

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Sahra Wagenknechts Bündnis beruft ein Europa im Plusquamperfekt: Aber das eignet sich nicht für Zukunft. (Foto: IMAGO/Dominik Butzmann/photothek)

Belehrung, Bekehrung und Frieden, aber dalli: Zur Rhetorik im Europa-Wahlprogramm vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

Essay von Hans Hütt

Der Komponist Erik Satie schrieb, er sei in einer alten Zeit zu jung auf die Welt gekommen. Er begriff diese Differenz als Ermunterung, mit den musikalischen Konventionen zu brechen oder sie auf den Kopf zu stellen, damit sie endlich ein anderes Gefühl für Leichtigkeit und Beschwernis gewännen. In der Form, irgendwie auch im Wortlaut, folgt das Wahlprogramm des BSW, offenkundig ohne es zu ahnen, der Form von Saties Komposition „Bürokratische Sonatine“ aus dem Jahr 1917, dem Jahr der Oktoberrevolution. Das „draußen sein“ (aus den Konventionen) hat das kompositorische Innenleben Saties geprägt. Noch lag die alte Welt also nicht so in Trümmern, wie es ihr zu wünschen gewesen wäre.

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