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Vorschlag-Hammer:Wagner im Salon

Bücher raus, Instrumente raus, Menschen raus: Dem Gasteig steht mit seiner Renovierung eine aufregende Zeit bevor. Beim SZ-Kultursalon will Gasteig-Chef Max Wagner erklären, wie das gelingen kann

Es gibt Menschen, die sollte man kennenlernen. Max Wagner, der immer noch relativ neue Chef des Münchner Gasteig, ist so einer. Wir können Ihnen als Journalisten nämlich viel darüber erzählen, was er alles in der nächsten Zeit vor hat. Wie hoch die Chancen stehen, dass ihm dies auch gelingt - davon machen Sie sich am besten selbst ein Bild. Max Wagner ist geholt worden, um den Gasteig durch die Zeit der dringend nötigen Renovierung zu führen. Wem, wie mir, schon bei dem Gedanken graut, seine Küche müsste dringend mal geweißelt werden, der ahnt: Dieses Aufgabe ist nichts für schwache Nerven. Die Musikhochschule - mit allen Instrumenten, die VHS - mit allen Dozenten, die Stadtbibliothek - mit sämtlichen Folianten, sie alle müssen raus. Die Philharmonie samt ihrer umstrittenen Akustik und zwei Millionen Besucher jährlich obendrein.

Den Stadtvätern schien angesichts dieser Herkulinischen Aufgabe in den vergangenen Jahren nicht sonderlich viel einzufallen. Max Wagner will ihnen in der übernächsten Woche nun einen Vorschlag unterbreiten, das Ganze für die Jahre der Renovierung auf ein Areal der Stadtwerke in Sendling umzusiedeln. Wie er dieses gefunden hat, warum er davor noch zum Münchenweiten Faust-Festival trommelt und andere Gretchenfragen, wird er am Dienstagabend (14. November, 20 Uhr) beim SZ Kultursalon beantworten.

Mein Kollege Christian Krügel und ich befragen ihn an einem Ort im Gasteig, der für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich ist: im Chorprobensaal der Philharmonie. Danach laden wir, wie es sich für einen Salon gehört, zur persönlichen Begegnung ein. Leser, die sich unter sz-veranstaltungen.de/Kultursalon anmelden, sind dank unserer Unterstützer vom sozialkulturellen Netzwerk SoNet kostenlos dabei (solang der Platz reicht).

Eine junge Frau, die ich persönlich noch nicht kenne, was sich ändern muss, kommt am 17. und 18. November, je 20 Uhr in die Kammer 3 der Kammerspiele. Lulu Obermayer trägt zwar den Vornamen einer anderen großen Femme fatale der Oper, widmet sich in ihrer Solo-Performance aber Manon Lescaut. Auf multimedialen Pfaden bewegt sie sich dabei durch eine Wüstenlandschaft. Als Person hat Lulu auch schon eine ganz schöne Reise hinter sich. Sie wurde 1989 in München geboren, studierte in New York am Lee Strasberg Institute, am Royal Conservatoire of Scotland, an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, im Zentrum für Tanz in Berlin. In all ihren choreografischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit Repräsentationen von Weiblichkeit und dem Alleinsein auf der Bühne. Wagners Heroinen könnten auch ein Lied davon singen. Mit dem Wagner Max hat das aber weniger zu tun.