Vorschlag-Hammer Theater, Wort und Quatsch

"Frauen sind die Blumen der Welt" - man muss nicht aus einem arabischen Land stammen, um diesen Satz als vollgültige Lebensmaxime zu begreifen. Andererseits: Es wird viel über arabische Frauen gesprochen, aber wenig mit ihnen

Von Egbert Tholl

Als ich mich im Januar mit syrischen Sängern und Musikern unterhielt, die bei der Flüchtlings-"Zaide" in der Alten Kongresshalle mitwirkten, fiel ein Satz, der mir in seiner Poesie im Gedächtnis blieb. Er lautete: "Frauen sind die Blumen der Welt." Man muss nicht aus einem arabischen Land stammen, um diesen Satz als vollgültige Lebensmaxime zu begreifen. Andererseits ist es ja so, dass über arabische Frauen viel gesprochen wird, aber wenig mit ihnen. Eben so, als betrachte man Blumen. Die sagen auch nix, schauen aber schön aus. Was mich daran erinnert, dass ich irgendwo in der zweiten Reihe eines Bücherregals zu Hause ein Buch mit dem Titel "Ausbruch aus dem Schweigen" herumstehen habe. Darin geht es, glaube ich, um türkische Autorinnen.

Nun gibt es am Residenztheater in München eine Dramaturgin, Laura Olivi, die sich genau um diesen Punkt kümmert. Am Samstag, 8. April findet zum dritten Mal im Marstall Welt / Bühne statt, worin drei Dramatikerinnen arabischer Sprache zu Wort kommen. Drei Frauen, drei Stücke, die szenisch von Resi-Ensemblemitgliedern und Studierenden der Bayerischen Theaterakademie gelesen werden; danach kann das Publikum mit den Autorinnen diskutieren. Also mit Mahin Sadri, die als Autorin und Schauspielerin mit Amir Reza Koohestani zusammenarbeitet, mit Aliya Khalidi, die im Libanon studierte und inzwischen an der Uni von Beirut lehrt und mit Laila Soliman, 1981 in Kairo geboren. An dem Abend wird ihr Stück "No Desert Roses" - also "Keine Wüstenrosen" vorgestellt.

Um Rosen in der Wüste geht es vielleicht auch bei einem ganz anderen Thema, um das ich mich bislang herumgedrückt habe, auf das man leider aber halt doch oft angesprochen wird. Till Hofmann, der größte aller großen Kabarett- und Musikzampanos in München, der dem alten Schwabing zu neuem Glanz verhalf, hat eine neue Nebenspielstätte entdeckt. Die Kammerspiele. In diesen veranstaltet er in diesem Jahr Auftritte von Ringsgwandl, Hader, Dorfer, Pelzig. Also ästhetisch gesehen nicht unbedingt die Spitze der performativen Avantgarde, so lieb man die wilde Maus Hader auch haben muss. Der Auftritt der Figur eines fränkischen Vollspießers wie Pelzig ist dann aber wohl der Höhepunkt eines Ausverkaufs: In die Kammer darf jeder, wurscht womit, Hauptsache, es ist kein Theater.