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Vorschlag-Hammer:Grüße aus Europa

Da setzen die Europäischen Wochen Passau eigens für den offiziellen Brexit-Tag an diesem Freitag ein Sonderkonzert an, um sich zur europäischen Einigung zu bekennen. Prompt findet der Brexit nicht statt - oder jedenfalls noch nicht. Der Kammermusikabend mit Musik aus Großbritannien aber schon

Ärgerlich, diese ewigen Verschiebungen. Da setzen die Europäischen Wochen Passau eigens für den offiziellen Brexit-Tag an diesem Freitag ein Sonderkonzert an, um sich zur europäischen Einigung zu bekennen. Prompt findet der Brexit nicht statt - oder jedenfalls noch nicht. Der Kammermusikabend mit Musik aus Großbritannien aber schon, auch weil er ein Forum für diejenigen sein soll, die an dem Tag mit ihrer Sorge über die Zukunft Europas nicht allein sein wollen. Der Violinist Christian Scholl, Konzertmeister am Landestheater Niederbayern, und der Pianist Basil H. E. Coleman, Brite und Generalmusikdirektor am selben Haus, präsentieren zwei Sonaten von Edgar Elgar und Frederick Delius. Der Eintritt ist frei (29. März, 20 Uhr, Konzertsaal Piano Mora, Nibelungenplatz 5, Passau).

Eher gesamteuropäisch gestrickt ist Emö Simonyi. Die Malerin, 1943 in Budapest geboren, hat drei Wohnorte: München, Italien und Ungarn. In London - um den britischen Bezug in diesem Text nicht zu verlieren - wurde sie mit dem Preis "Best Design of the Year" ausgezeichnet. Das war allerdings schon 1968, als London noch "swinging" war. 17 Jahre hat sie nach dem Studium der Malerei und Grafik an der Budapester Kunstakademie in Deutschland als Grafikerin gearbeitet, bevor sie sich ganz der Kunst widmete. Derzeit sind ihre dynamischen, farbintensiven und gelegentlich auch schwarz-weißen Bilder in einer kleinen Retrospektive in der Freisinger Galerie 13 zu sehen. Dass man sich gelegentlich an die Begegnung mit den Albträumen Goyas erinnert fühlt, ist kein Zufall: Er zählt zu ihren Vorbilder (Emö Simonyi: Zeitreise, bis 27. April, Galerie 13, Freising).

Keine Ahnung, ob Tom Bauer schon in Großbritannien war. In der Vita des niederbayrischen Kabarettisten, Musikers und Autors findet sich kein Hinweis darauf. Aber die Uraufführung seines neuen Kleinkunst-Musicals Drei Wünsche frei fällt auf diesen Freitag. Es spielt im Jahr 1516 und kreist um das bayerische Reinheitsgebot. Das könnte witzig sein, jedenfalls für Menschen, die der bairischen Sprache mächtig sind. Bauers erstes Musical "Oschnputtl" zog mehr als 40 000 Zuschauer an. Die Premiere in Landau ist ausgebucht. Aber es gibt noch jede Menge weitere Termine in ganz Bayern (www.der-tom-bauer.de) - aber keinen einzigen in Großbritannien.