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Von SZ-Autoren:Rainer Erlinger über die Höflichkeit

Leseprobe

Einen Auszug aus dem Buch Höflichkeit stellt der Verlag hier zur Verfügung.

Ist sie die relevanteste oder eine wertlose Tugend? Rainer Erlinger klärt die Beziehung der Höflichkeit zu Religion, Mode, Internet...

Wie wichtig ist die Höflichkeit? Ist sie etwas aus vergangenen Zeiten, leere Form oder unverzichtbar für das Zusammenleben? In seiner wöchentlichen Kolumne "Die Gewissensfrage" im SZ-Magazin begegnet Rainer Erlinger immer wieder auch diesen Überlegungen und hat nun ein Buch darüber geschrieben. Weil Höflichkeit eine Form des Verhaltens im zwischenmenschlichen Umgang ist, meint er, kann man nicht miteinander umgehen, ohne den Bereich der Höflichkeit zu berühren - positiv oder negativ. Deshalb ist das Leben durchdrungen von Fragen der Höflichkeit, und diese vielleicht die relevanteste Tugend. Auch heute noch.

Um das zu untersuchen, geht Erlinger die Höflichkeit von ungewohnten Blickwinkeln aus an: ihr Verhältnis zu Religion und Mode, ihre negativen Seiten, ihre Bedeutung im Beruf, zwischen den Geschlechtern, den Kulturen und im Internet. Ihr Wirken über Kleinigkeiten im täglichen Leben wie dem Händedruck, ihre Abgrenzung von der Etikette, ihre Wechselwirkung mit der Provokation und dem Takt. Anhand von Beispielen aus Film, TV, Literatur, Alltag unternimmt Erlinger einen Rundgang entlang den Rändern der Höflichkeit, um den Wert dieser nur scheinbar wertlosen Tugend aufzuzeigen.

Rainer Erlinger: Höflichkeit. Vom Wert einer wertlosen Tugend. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016. 352 Seiten, 19,99 Euro. E-Book 18,99 Euro.

© SZ vom 06.04.2016 / SZ

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