Von SZ-Autoren Jens Grandt über Marx und Engels

Seit 1990 verfolgt der Publizist und SZ-Autor Jens Grandt das Fortschreiten der streng philologisch arbeitenden neuen Gesamtausgabe der Schriften von Marx und Engels. Jetzt hat er seine Essays gesammelt.

Einst war es die Vergötterung, nun die Verteufelung. Das passt zusammen, meint der Publizist und SZ-Autor Jens Grandt mit Blick auf den Umgang mit Karl Marx und seinem Freund Friedrich Engels nach dem Austausch der Eliten im Osten unseres Landes. Seit 1990 verfolgt Grandt in Rezensionen, von denen viele in dieser Zeitung erschienen sind, die Neuedition der Schriften von Marx und Engels in der neuen nach streng philologischen Kriterien erstellten Gesamtausgabe.

Nun kann man seine Rezensionen und Reflexionen in einem Sammelband nachlesen. Sie sind durch feuilletonistische Vor- und Nachspanntexte verbunden, in denen editorische Hintergründe, Biografisches, Zeitgeschichtliches und Medienpraktisches erläutert wird. Essays zu speziellen Themen vertiefen Aspekte, die in den Besprechungen nur anklingen, zum Beispiel über "fiktives Kapital" oder weshalb die Profitrate in den Jahren nach 1989/90 keine "blühenden Landschaften" zuließ, zeigen den Gedankenkosmos von Marx und Engels in kleinen Lichtblicken.

Jens Grandt: Karl Marx, Friedrich Engels - neu ediert und neu erschlossen. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2018. 244 Seiten, 25 Euro.