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Von SZ-Autoren:Hilmar Klute über das Paris der Anschläge

Zwischen den Anschlägen: In seinem Roman "Oberkampf" erzählt der SZ-Redakteur Hilmar Klute vom Paris des Jahres 2015.

Das Jahr 2015 begann für die Franzosen im Januar mit dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo und endete im November mit den Anschlägen im 11. Arrondissement, dem Schauplatz des Romans "Oberkampf" von Hilmar Klute. Der Deutsche Jonas Becker hat seinen Wohnsitz in ebendieses Viertel um die Rue Oberkampf, zwischen Bastille und République, verlagert, um die Biografie des alten Schriftstellers Richard Stein zu schreiben. Er möchte etwas Neues ausprobieren und in Paris eine neue Heimat finden. Doch die Ereignisse dort und die plötzliche Verfinsterung des Lebens bringen Jonas Becker auf andere, gefährliche Fährten. Oberkampf ist nicht mehr nur ein Straßenname, sondern der Begriff für eine neue Art, die Wirklichkeit zu begreifen. Atmosphärisch dicht und mit vielen Wendungen beschreibt der Roman, wie gefährdet die lange für sicher gehaltenen Vorzüge unserer westlichen Zivilisation geworden sind.

Hilmar Klute: Oberkampf. Roman. Galiani, Köln 2020. 312 Seiten, 22 Euro.

© SZ vom 21.09.2020

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