Von SZ-Autoren Bernhard Blöchls Kleinbus-Roadnovel

Von den verpassten Chancen des Lebens und seinen tollkühnen Launen handelt Bernhard Blöchls zweiter Roman.

Die Sache mit den Gefühlen, die hat Knoppke längst eingestellt. Er ist ein Mann ohne Gegenwart, mittendrin und nicht dabei. Als er seiner Lebensgefährtin einmal zu oft dabei zusieht, wie sie ihr Glück woanders sucht, bricht er aus. Knoppke will ins Nichts, weit weg von den Menschen. In seinem klapprigen Kleinbus reist er von München nach Schottland. "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint." Sein Satz wird zum Credo einer Auflösung im Nirgendwo. Einer Auflösung mit Hindernissen: Das fängt schon damit an, dass sich eine überdrehte Herumtreiberin an den Eigenbrötler heftet, und hört mit seiner wutschäumenden Ex in spe noch lange nicht auf. Und irgendwann im magischen Licht, beim Aufblühen in den stürmischen Highlands, da holt den Träumer von einst seine Vergangenheit ein wie eine Bande umtriebiger Gespenster.

Von den verpassten Chancen des Lebens und seinen tollkühnen Launen handelt Bernhard Blöchls zweiter Roman. Die tragikomische Roadnovel des SZ-Kulturredakteurs ist eine verspielte Carpe-diem-Variation mit multiplen Enden. Eine Hymne auf das wetterwendische Leben, den Norden und auf Wuppertal, und nicht zuletzt: auf die große Liebe.

Bernhard Blöchl: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Roman. Piper Verlag, München 2017. 272 Seiten, 14 Euro. E-Book 11,99 Euro.