Wenn das menschliche Auge die Wahl hat, auf die echte Welt oder auf ein bewegtes Bild am Handy oder auf einer Leinwand, also auf einen irgendwie gearteten Bildschirm zu schauen, wird es sich in den meisten Fällen reflexhaft für den Bildschirm entscheiden. Unwiderstehlich ist die Anziehungskraft. Scheint uns das Gesehene am Bildschirm wahrer zu sein? Oder attraktiver, weil es gerade nicht wahr ist? Gibt es dazu eigentlich wissenschaftliche Studien? Im Theater jedenfalls ist das nicht anders. Sobald man dort eine Leinwand aufstellt, starrt das Publikum darauf und nicht mehr auf die echten Menschen, wie man bei der Uraufführung von „Bullet Time“ von Alexander Kerlin feststellen konnte. Kay Voges eröffnete damit seine letzte Spielzeit als Intendant des Wiener Volkstheaters, bevor 2025 Jan Philipp Gloger übernimmt und Voges wiederum ans Schauspiel Köln zieht, von wo gerade Stefan Bachmann gekommen ist, der jetzt das Burgtheater leitet.
Volkstheater WienAls die Bilder fliegen lernten
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Schuss und Gegenschuss: Kay Voges eröffnet die Spielzeit am Wiener Volkstheater mit „Bullet Time“, einer Hommage an den Film und die Fotografie – und auch an den Western.
Von Christiane Lutz
