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Versicherungen sagen ab:Perser-Ausstellungen verschoben

Der geplante erste direkte Austausch eines deutschen Museums mit einer iranischen Kulturstätte kommt wegen des Iran-Konfliktes vorerst nicht zustande. Wie Museumsdirektor Eckart Köhne sagte, muss die für Herbst vorgesehene große Perser-Schau im Karlsruher Schloss abgesagt werden. "Wir bekommen unsere Objekte nicht versichert." Für Köhne, der als Präsident des Deutschen Museumsbundes fungiert, ist das schmerzlich: Angesichts der angespannten politischen Beziehungen hätten die Museen als Botschafter ihrer Länder ein Zeichen setzen können. Für die im Oktober geplante Schau "Die Perser - Am Hof der Großkönige" hätte das Badische Landesmuseum rund 200 kostbare Leihgaben aus iranischen Museen aus dem 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus bekommen, darunter zahlreiche Keramiken. Die Karlsruher wollten im Gegenzug für eine Ausstellung in Teheran eigene Antiken aus dem Mittelmeerraum verleihen. Angesichts der aktuellen Sicherheitslage habe sich kein Versicherer gefunden, der das Risiko tragen wollte, sagte Köhne. Er betonte aber: "Sobald sich die Lage gebessert hat, werden wir sofort wieder dort sein und es anschieben."

Auch im Archäologischen Museum Frankfurt fällt eine Ausstellung vorerst aus. Die für das Frühjahr geplante Sonderausstellung "Tod im Salz. Eine archäologische Ermittlung in Persien" wurde "kurzfristig auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben", wie das Museum mitteilte. "Grund ist die Rücknahme der Verträge bzw. Angebote der Versicherungs- und Kunsttransportunternehmen unter Hinweis auf die seit Jahresbeginn 2020 nochmals verschärfte politische Lage im Mittleren Osten." Seit zwei Jahren hatte das Museum die Ausstellung mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dem Archaeological Museum und dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran vorbereitet.

© SZ vom 25.01.2020 / dpa
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