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Verbot von "Tim und Struppi"?:"Erniedrigend und entwürdigend"

Streit um Struppi: Ein Kongolese will einen "Tim und Struppi"-Comic verbieten lassen. Das berüchtigte Album "Tim im Kongo" verfestige rassistische Voruteile.

Ein Kongolese will den Comic-Band "Tim im Kongo" verbieten lassen. Das Album aus der Reihe "Tim und Struppi" des belgischen Zeichners Hergé vermittle ein erniedrigendes und entwürdigendes Bild der Schwarzen im Kongo, zitiert die französische Tageszeitung Le Parisien den in Belgien lebenden Buchhalter Bienvenu Mbutu. Deswegen wolle dieser jetzt in Frankreich juristisch gegen den Verlag vorgehen.

Mbutu kritisiert, dass der Anfang der 1930er Jahre zum ersten Mal veröffentlichte Comic auch in der überarbeiteten Version noch "rassistisch" sei und Vorurteile gegenüber Kongolesen verfestige. Die Schwarzen würden präsentiert, als seien sie dumm und hätten keinerlei Qualitäten. In der ersten Ausgabe des Comics hatte sich der junge Reporter Tim in der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo alles andere als politisch korrekt benommen.

Eine Szene zeigt ihn als Aushilfslehrer in einer afrikanischen Dorfschule. "Heute bringe ich Euch etwas über Euer Vaterland Belgien bei", erzählt er den "Negerkindern" in der Ursprungsversion. Später korrigierte der belgische Comiczeichner und -autor Hergé (1907-1983) die allzu kolonialen Stellen.

Nun gibt Tim den Kindern eine Mathestunde, und die erwachsenen Kongolesen reden auch nicht mehr nur in Infinitiven. In Belgien hat Mbutu bereits 2007 Klage gegen den Verlag Moulinsart eingereicht. Das Verfahren läuft noch. Das Pariser Blatt Le Parisien berichtet, die Stadtbibliothek von Brooklyn in New York habe den Comic bereits aus dem Regal nehmen lassen. Auch dort habe es Klagen gegeben.

© sueddeutsche.de/dpa/jebe
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