Debatte um KI an der UniMerkt ihr nicht, wie hohl das ist?

Lesezeit: 7 Min.

Nicht nur ermüdend, sondern auch ziemlich hohl: Die Bilanz des Einsatzes von KI für studentische Hausarbeiten fällt bislang extrem enttäuschend aus.
Nicht nur ermüdend, sondern auch ziemlich hohl: Die Bilanz des Einsatzes von KI für studentische Hausarbeiten fällt bislang extrem enttäuschend aus.
Olivia von Pilgrim

Künstliche Intelligenz verbieten oder erlauben? Das ist die falsche Frage. Wichtiger wäre es, endlich ernsthaft darüber zu diskutieren, was die Studierenden lernen sollen. Ein Erfahrungsbericht aus dem extrem ernüchternden Uni-Alltag.

Gastbeitrag von Vera Bachmann

SZ bei Google bevorzugen

„In dieser Arbeit wird sich auseinandergesetzt mit der Filmtheorie der Weimarer Republik.“ Sätze wie diesen las man früher öfter in Seminararbeiten bayerischer Studierender der Medienwissenschaft. Heute liest man häufiger Sätze wie diesen: „Die Auseinandersetzung mit der Filmtheorie der Weimarer Republik gewinnt bis heute an Relevanz, da sie zentrale ästhetische und gesellschaftliche Fragestellungen des Kinos erstmals systematisch reflektiert und nachhaltig geprägt hat.“ Der spezielle Sound KI-generierter Texte fällt zunächst durch seine Unauffälligkeit auf: Die Texte sind gut lesbar. Die Satzzeichen sitzen an den richtigen Stellen, man stolpert nicht über Grammatikfehler. Sie klingen seriös und angemessen komplex. Anders gesagt: Auf den ersten Blick glänzen diese Texte – doch der Eindruck zerstiebt bei genauerer Lektüre schnell. Wieso gewinnt die Auseinandersetzung an Relevanz? Wieso „nachhaltig geprägt“, und nicht einfach „geprägt“? Und wirklich: „systematisch“? Seminararbeiten, die mit KI erstellt werden, sind redundant und geschwätzig. Die auffälligsten wiederkehrenden stilistischen Merkmale sind der Dreisatz von Beispielen in Gedankenstrichen – suggestiv, bedeutungsschwanger, nichtssagend – und eine Pseudodialektik: nicht nur x, sondern y. Wobei x und y kontingent gewählt sind. Das ist nicht nur ermüdend, sondern auch ziemlich hohl.

Zur SZ-Startseite

„Bauhaus-Manifest 2026“
:Gropius grüßt die AfD

Rechts-außen-Politiker wie Hans-Thomas Tillschneider wettern gegen den Geist des Bauhauses, nun will Kulturminister Weimer ihn mit einem Manifest verteidigen. Ehrenwert? Bestimmt. Aber auch bisschen zum Verzweifeln.

SZ PlusVon Peter Richter

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: