Am Ziel seines „Spaziergangs nach Syrakus“ bemerkt der Schriftsteller Johann Gottfried Seume zu seiner Beruhigung, dass man in Sizilien, „wenn man nicht totgeschlagen wird“, nicht verloren gehe, sondern immer auf der Insel bleibe. Auf seiner Reise ist er öfter überfallen und bedrängt worden, aber immer guten Muts geblieben. Im Wirtshaus hatte er sich einmal schlafen gelegt, als er von einem amtsmännisch wirkenden Kerl geweckt wurde, der ihn einer strengen Befragung unterzog. „Er war ganz höflich“, so schildert der Reisende eine dieser nicht immer lustigen Begegnungen, „fragte erst italienisch, sprach dann etwas Tirolerdeutsch, da er hörte, dass ich ein Deutscher sei; dann französisch, dann englisch und endlich Latein.“ Der Deutsche Seume, der selber schon ziemlich in der Welt herumgekommen war, hatte keine Mühe, den Sizilianer zu verstehen, sie hatten beide in der Schule Latein gelernt.
Vatikan„Habemus papam“ war gestern
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Spötter werden sagen, auch die Kirche sei mit ihrem Latein am Ende. Aber das hieße, die Tragweite dieser Entscheidung zu verkennen: Die bisherige Amtssprache des Vatikans verliert ihren exklusiven Status.
Von Willi Winkler
