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Debatte um deutsche Kolonialschuld:Es war einmal in Südwestafrika

Uwe Timm in München, 2017

"Die müssten genau genommen das Land wieder bekommen, das ihnen genommen wurde" - der Schriftsteller Uwe Timm in seiner Münchner Wohnung.

(Foto: Natalie Neomi Isser)

Deutschland will sich im heutigen Namibia endlich seinen Kolonialverbrechen stellen. Was hat das mit einem 43 Jahre alten Roman zu tun? Ein Besuch bei Uwe Timm, dem Autor von "Morenga".

Von Peter Richter

Es gibt Bücher, die haben eine Wirkung. Es gibt Bücher, die haben lange Nachwirkungen. Und es gibt den Roman "Morenga" von Uwe Timm. Der ist bereits 1978 erschienen, andererseits hat sich Deutschland jetzt erst zu einer Erklärung über die Kolonialverbrechen im einstigen Südwestafrika durchringen können. Dazu hat es vor allem Druck aus dem heutigen Namibia gebraucht - vielleicht aber eben auch schon die Existenz dieses Buches im Hinterkopf der deutschen Öffentlichkeit. Der Autor hält es zumindest für gut möglich, dass seine Arbeit etwas dazu beigetragen haben könnte. Auf jeden Fall sei jetzt auch für ihn "etwas ins Ziel gekommen mit der offiziellen Anerkennung, dass an den Hereros im damaligen Südwestafrika Völkermord begangen wurde", sagt er an einem sehr heißen Juninachmittag in München. "Aber dazwischen liegen jetzt über hundert Jahre - und 43 seit dem Erscheinen des Buchs."

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