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US-Wahl:Wege gegen den Hass, von Robert Wilson

Ich bin schockiert. Fassunglos. Und besorgt angesichts der drohenden Katastrophe. Die Vereinigten Staaten sind eine konservative Nation und offensichtlich war es zu viel für die Bürger, dass auf einen schwarzen Präsidenten nun noch eine weiße Präsidentin folgen könnte. Aber es ist mir unbegreiflich, wie wir einen Präsidenten wählen konnten, der vom Ku Klux Klan unterstützt wird, der Frauen verachtet, der homophob ist und gegen jede Minderheit, ob von anderer Hautfarbe, Einwanderer, behindert oder Muslim, hetzt und Hass nicht nur ermutigt, sondern ihn auch wuchern lässt. Seine Wahl gibt ihm die Möglichkeit, im Sinne dieses Hasses zu handeln. Wir müssen Wege finden, ihm zu widerstehen, zu protestieren und 2018 und 2020 wählen zu gehen. Wir müssen die Wehrlosen sorgsam beschützen. Es wird ein harter Kampf, aber als US-Bürger müssen wir versuchen, die Gräben zwischen uns nicht einreißen zu lassen, sondern zu überwinden.

In ihrem Tagebuch hat Anne Frank einst geschrieben: "Trotz allem glaube ich immer noch, dass die Menschen im Grunde ihres Herzens gut sind."

Es bleibt viel zu tun.

Robert Wilson, 75, ist Theaterregisseur.