US-Forschung zu Glück und Geld Dafür können Sie sich was kaufen!

Hätten Sie´s gedacht? Geld macht doch glücklich! Aber nur, wenn man mehr davon besitzt als alle anderen: Das jedenfalls ist das Ergebnis einer jüngsten Studie zur amerikanischen Glücksforschung.

Von Andrian Kreye

Geld macht glücklich, heißt es gleich zu Beginn der Studie "Relative Income and Happiness", die die Soziologen Glenn Firebaugh und Laura Tach veröffentlicht haben. Damit schließen sie sich prinzipiell dem Konsens ihres Wissenschaftszweiges, der so genannten "Science of Happiness " an, die im Deutschen auch Glücksforschung genannt wird.

Mehrere Untersuchungen haben in den letzten Jahren festgestellt, dass reiche Menschen in allen Gesellschaften glücklicher sind als Arme.

(Foto: Foto: Reuters)

Mehrere Untersuchungen haben in den letzten Jahren festgestellt, dass reiche Menschen in allen Gesellschaften glücklicher sind als Arme, egal ob in den Wohlstandsländern der freien Marktwirtschaftszonen oder in Ländern des asiatischen Raumes, deren Gesellschaften angeblich nicht ganz so materialistisch denken wie im Westen.

Der Soziologieprofessor an der Pennsylvania State University, Glenn Firebaugh, und die Forscherin an der Harvard University, Laura Tach, haben in ihrer Studie nun erstmals die Hypothese belegt, dass sich dieses Glück vor allem über den Vergleich mit den Mitmenschen definiert.

Wer Geld hat, ist vielleicht zufrieden, aber nur wer über mehr Geld verfügt als seine Altersgenossen und Kollegen, ist wirklich glücklich. Das wirft kein besonders gutes Licht auf das Streben der Menschheit, wurde aber von Firebaugh und Tach mittels hochpräziser Algorithmen nachgewiesen, die sie mit den Daten aus den Umfragen des General Social Survey zwischen 1972 und 2002 fütterten; insgesamt wurden 23.339 Amerikaner im arbeitsfähigen Alter von 20 bis 64 erfasst.

Lottogewinner langfristig auch nicht glücklicher

Ziel der Studie war es, das so genannte Wohlstandparadox zu ergründen, das die Unterstellung, dass Geld glücklich macht, grundsätzlich in Frage stellt. Denn obwohl das durchschnittliche Einkommen in westlichen Gesellschaften während der letzten 50 Jahre um ein Vielfaches angestiegen ist, sind die Menschen nicht wirklich glücklicher als damals.

Das bestätigt auch eine Untersuchung, die ergeben hat, dass Lottogewinner maximal fünf Jahre lang glücklicher sind als vorher und sich ihre Zufriedenheit danach wieder auf ihrem Normalstand einpegelt.