In Ursula Krechels jüngstem Buch, diese Woche erschienen, stehen außergewöhnlich kurze und plakative Sätze: „Emigranten leiden“, ist ein vollständiger. Ein anderer heißt: „Ein Nein zur Migration ist ein Ja zum Rassismus.“ Es ist eine politische Schrift und ein Seufzer des Entsetzens über die laufende Asylpolitik auch in Deutschland. Was allein schon bemerkenswert ist, weil bisher so wenig Profiliertes von den Intellektuellen des Landes zu hören war, gegen die populistische Behauptung, der Frieden im Innern sei nur zu gewährleisten, wenn man möglichst viele Migranten abschreckt, ausweist, abschiebt.
Büchner-Preis an Ursula KrechelJeden Tag neu schreiben lernen
Lesezeit: 4 Min.

Seit bald einem halben Jahrhundert umkreist die Schriftstellerin Ursula Krechel die Themen Flucht und Exil. Jetzt bekommt sie für dieses gewaltige Werk den Georg-Büchner-Preis.
Von Marie Schmidt

Zur Leipziger Buchmesse:Welcher Satz macht Ihnen Hoffnung?
Die Welt hat sich in den vergangenen Monaten beunruhigend verändert. Was hilft, den Mut nicht zu verlieren? Der SZ-Fotograf Friedrich Bungert ist durchs Land gereist und hat Antworten bei Schriftstellerinnen und Autoren gesucht, die er porträtiert hat. Ihr persönliches Motto haben sie für uns in ihrer Handschrift notiert.
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