Zerstörte Kunstwerke Und täglich wischt der Reinigungsdienst

Banksys Graffiti-Ratten zieren Wände in aller Welt - nur in Melbourne gibt es jetzt keine mehr.

(Foto: REUTERS)

Nicht nur die Werke von Joseph Beuys fielen dem Wirken unvorsichtiger Kunstbanausen zum Opfer. Im Jahr 2011 säuberte eine Putzfrau im Dortmunder Museum Ostwall eine mit hellem Belag überzogene Gummiwanne. Dass der Trog Teil von Martin Kippenbergers Installation "Wenn's anfängt durch die Decke zu tropfen" war, ahnte sie zum Zeitpunkt ihrer Putzaktion nicht.

"Nach Einschätzung der Museumsrestauratorin ist der Ursprungszustand des Werkes nicht wiederherzustellen", sagte die Sprecherin der Dortmunder Stadtverwaltung nach dem Vorfall. Die Installation aus dem Jahr 1987 hatte einen Versicherungswert von 800.000 Euro.

Keinen Ärger mit der Versicherung, dafür aber mit den Einwohnern ihrer Stadt, bekam im Jahr 2010 die Straßenreinigung von Melbourne, als sie ein Werk des Graffiti-Künstlers Banksy überpinselte. Banksy war 2003 in Australien gewesen und hatte sich in Melbourne auf mehreren Hauswänden verewigt - doch die Ewigkeit sollte nur von kurzer Dauer sein, wie sich später herausstellte.

Bereits im Jahr 2008 hatten Vandalen sein Graffiti "Kleiner Taucher" beschädigt, 2010 entfernte die städtische Straßenreinigung nun auch die Fallschirm springende Ratte - offiziellen Angaben zufolge das letzte Werk des Künstlers in Melbourne. Peinlich war die Angelegenheit vor allem für den Bürgermeister, der sich kurz vor dem Überstreichen der Banksy-Ratte noch als großer Street-Art-Fan inszeniert hatte. Um sein angeschlagenes Image besorgt machte das Stadtoberhaupt sogar den Vorschlag, zu dem stets anonym agierenden Künstler Banksy "über Hintermänner Kontakt aufzunehmen".