Salzburger FestspieleKein Todestrank, eher eine Psychodroge

Lesezeit: 4 Min.

Entblößt bis zum Kern: Valery Tscheplanowa als Mephisto, Johannes Nussbaum und Steven Scharf als Faust jung und alt.
Entblößt bis zum Kern: Valery Tscheplanowa als Mephisto, Johannes Nussbaum und Steven Scharf als Faust jung und alt.
Marco Borrelli

Ulrich Rasche inszeniert bei den Salzburger Festspielen Goethes „Faust I“ als strenges psychologisches Konzentrat. Hätte er die Idee doch nur durchgehalten.

Von Egbert Tholl

SZ bei Google bevorzugen

Da geht ein Mensch. Ein sehr großer Mensch, der Schauspieler Steven Scharf, er läuft gegen die Drehscheibe an, die in den Bühnenboden eingelassen ist. Schwer geht er, langsam, mit einem Vibrieren, Zittern im Körper, als trüge er die tonnenschwere Last seiner selbst. „Habe nun, ach!“ Also ist er der Faust, der alles studiert hat, der alles weiß, sich klüger fühlt als alle anderen, aber was hilft die ganze Klugheit, wenn er nun so schwer daran trägt? Nichts. Also Magie. Die Magie kommt hier nicht durch vorbeihuschende Geister, schon eher durch den Inhalt der Phiole, hier kein Todestrank, eher eine Psychodroge. Denn Faust entdeckt nach dem Trank sich selbst.

Zur SZ-Startseite

Salzburger Festspiele
:„Zusammen zu spielen, ist für uns eine Gönnung“

In „Faust“ bei den Salzburger Festspielen stehen Anna Drexler und Steven Scharf gemeinsam auf der Bühne – im echten Leben sind sie ein Paar. Ein Gespräch über Familienorganisation und die Frage, ob Gretchen eine „starke Frau“ ist.

SZ PlusInterview von Christiane Lutz

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: