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Uli Stein zum 65. Geburstag:Bis der Baum brennt

Vom Ehe-Wahnsinn über Autos bis zu Handwerkern: Uli Stein hat sich mit seinem Cartoonistenhumor schon über alle erdenklichen Themen hergemacht. Mit knollennasigen Figuren, Katzen, Hunden und vor allem seiner Maus wurde er zu einem der erfolgreichsten Zeichner Deutschlands. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird er 65 Jahre alt, was ganz gut passt: In der Adventszeit hat er besonders viele Ideen.

Mit Weihnachten kann Uli Stein eigentlich nicht viel anfangen. Weder zu Tannenbaum, Schwibbogen oder Festbeleuchtung hat der erfolgreiche Cartoonist eine innige Beziehung. Doch auch das Fest in diesem Jahr wird ihn wieder auf zahlreiche neue Ideen für seine Bilder bringen.

Cartoonist Uli Stein wird mit Schweizer Sonderbriefmarke geehrt

Zum 60. Geburtstag ehrte ihn die Schweiz im Jahr 2006 mit einer Sonderbriefmarke.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

"Weihnachten ist ein wunderbares Cartoon-Thema, weil da so viel passiert", sagt Stein, der am zweiten Weihnachtsfeiertag seinen 65. Geburtstag feiert. "Geschenke, Wunschzettel, Weihnachtsmarkt, dann brennt der Baum, die Gans muss in den Ofen und die bucklige Verwandtschaft kommt angelaufen, es ist doch ein ergiebiges Thema für mich."

Angefangen hat alles vor mehr als 30 Jahren. Damals wäre Uli Stein, der mit richtigem Namen Ulrich Steinfurth heißt, fast Lehrer geworden. Doch er entschied, lieber Comics zu zeichnen und wurde mit seinem bitterbösen Humor deutschlandweit bekannt, der sich vom Ehe-Wahnsinn über Autos und Computer bis zu Handwerkern - und natürlich Haustieren - mit allen erdenklichen Themen beschäftigt.

Sein Verleger Gerd Koch entdeckte das Zeichentalent und gab bei ihm Entwürfe für eine Postkartenserie in Auftrag. "Cartoon-Karten gab es auf dem deutschen Markt nicht", sagt Koch. Bis heute wurden mehr als 80 Millionen Karten und elf Millionen Uli-Stein-Bücher verkauft.

"Mein Problem war, dass ich anfangs nicht zeichnen konnte", sagt Stein. "Anfangs habe ich Comics nur mit Köpfen und viel Text gezeichnet und mich erst später an die weiteren Proportionen heran getraut." Dabei geht nichts ohne einen aufgeräumten Schreibtisch in Wedemark bei Hannover. Ohne die Ordnung gibt es keine Konzentration bei Stein, der alle Ideen und Skizzen zunächst mit Bleistift auf Karo-Papier festhält. "Kariertes Papier sieht nicht so leer aus", meint er, "man muss die Karos nur noch füllen. Kleine Karos bitte, kleinkariert - vielleicht bin ich auch nicht anders."

Trotz elf Millionen verkaufter Bücher ist Uli Stein immer noch auf der Suche nach neuen Projekten. Sein letztes: ein Fußballkalender mit den abgetragenen Schuhen der Kicker von Hannover 96. "Ich habe mit Ehrfurcht die ausgelatschten Fußballschuhe der Kicker von Hannover 96 fotografiert - von Schlaudraff bis Ya Konan - und habe sie so geblitzt wie eine Edelhandtasche". Niemand schaue auf die Schuhe der Spieler. "Dabei sind die genauso wichtig wie der Pinsel eines Malers", sagt Stein.

© sueddeutsche.de/dpa/rela/pak
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