Übersicht Die Löcher im Netz der freien Medien

Das Regime begrenzt den Internetzugang auf eine Minderheit privilegierter Personen, filtert das Web und überwacht sehr genau die Online-Aktivitäten. Ein kurdischer Journalismus-Student sitzt im Gefängnis, weil er auf einer ausländischen Webseiten Fotos einer Demonstration in Damaskus veröffentlicht hatte. Ein anderer User kam nach zwei Jahren Haft für das Senden einer Email an einen ausländischen Newsletter im August 2005 frei. Beide User wurden im Gefängnis gefoltert.

Malediven

Das Archipel ist ein Paradies für Touristen und ein Alptraum für Cyber-Dissidenten. Das seit 25 Jahren herrschende Regime von Präsident Maumoon Abdul Gayoom beschränkt das Recht auf freie Meinungsäußerung enorm. Mehrere oppositionelle Webseiten werden gefiltert und eine von vier im Jahr 2002 inhaftierten Personen sitzt noch immer Gefängnis. Der Mann hatte an einem Email-Newsletter mitgearbeitet. Eine britische Firma, Cable & Wireless, kontrolliert den Internetzugang des Landes.

Tunesien

Präsident Zine el-Abidine Ben Ali, dessen Familie ein Monopol auf Internetzugang besitzt, hat ein hocheffektives Zensursystem installiert. Alle oppositionellen Publikationen werden blockiert, darunter viele Nachrichtenseiten. Das Regime versucht außerdem, User zu entmutigen, Webmail-Programme zu benutzen. Diese sind schwerer auszuspionieren als Standard-Mailprogramme wie Outlook. Die Webseite der Reporter ohne Grenzen ist nicht aufrufbar. Die Regierung inhaftiert auch Cyber-Dissidenten. Im April 2005 wurde der pro-demokratische Anwalt Mohammed Abbou zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er den Präsidenten online kritisiert hatte. Trotzdem scheint Tunesien von der internationalen Gemeinschaft gut bedacht zu sein, da es von der Internationalen Telekommunikation Union zum Gastgeber des Weltgipfels der Informationsgesellschaft (WSIS) im November 2005 gewählt wurde.

Turkmenistan

Unter der Diktatur des megalomanischen Stalinisten, Präsident Neparmurad Nyazov, gibt es keine unabhängigen Medien. Wie in Kuba und Nordkorea hat das Regime eine radikale Einstellung gegenüber dem Internet und hält seine Bürger davon fern - Privatanschlüsse sind verboten. Auch Internetcafes gibt es nicht, nur über bestimmte Firmen und internationale Organisationen ist ein Zugang möglich. Einmal verbunden bekommt der User auch nur eine zensierte Version zu sehen.

Usbekistan

Im Mai 2001 rief Präsident Islam Karimow die "Ära des Internets" aus. Internetzugänge verbreiteten sich rasch und mit ihnen die Zensur. Die staatliche Sicherheitsbehörde bittet häufig ISPS darum, oppositionelle Webseiten vorübergehend zu blockieren. Seit Juni 2005 warnen manche Internetcafes der Hauptstadt davor, Seiten mit pornographischen (Strafe: 5,000 Soms/4 Euro) oder mit politischen Inhalten (10,000 Soms/8Euro) zu besuchen.